Dienstag, 23.10.2018

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Gunzenhausen: Cold-Water-Challenge zieht Kreise

Vereine, Chöre und Feuerwehren machten mit - Spenden für guten Zweck - 03.02.2018 18:08 Uhr

Ab in die Altmühl-Überschwemmung: In Aha taten sich die Brandschützer und die Sportler für den guten Zweck zusammen. © FFW Aha


Von der Blaskapelle über Sportvereine bis hin zu den Feuerwehren, vor einer Nominierung ist momentan niemand sicher. Eine solche läuft in aller Regel über Videos in sozialen Netzwerken wie Facebook oder whatsapp. Vorbild der "Cold-Water-Challenge" ist wohl die "Ice-Bucket-Challenge", eine Spendenkampagne für die Nervenkrankheit ALS, bei der man sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf schüttet.

Wird ein Verein herausgefordert, haben die Mitglieder eine Woche Zeit oder — je nach individueller Vorgabe auch weniger —, selbst ein Video hochzuladen. Das wiederum muss unbedingt etwas mit kaltem Wasser zu tun haben. Ob das nun ein See, eine Überschwemmung oder ein paar Planschbecken sind, bleibt offensichtlich der Fantasie der Beteiligten überlassen. Bleiben sie auf dem Trockenen, wird eine Brotzeit samt Freibier für den Herausforderer fällig.

Mitmachen ist Ehrensache

Wer mitmacht, verpflichtet sich außerdem, für einen guten Zweck zu spenden. Das Geld dafür kommt entweder über eine Grillfete im Anschluss ans Wassertreten zusammen oder stammt aus der Vereinskasse. Wer in den Genuss der Spende kommt, kann jeder selbst festlegen. Am Ende darf jeder, der die Challenge angenommen hat, bis zu drei weitere Vereine nominieren.

Bilderstrecke zum Thema

Wie man mit eiskaltem Wasser Gutes tun kann

Sie schwappt immer weiter: Vor der Spaßaktion "Cold-Water-(Grill)-Challenge ist kaum ein Verein sicher.


So ist aus den ersten Anfängen mittlerweile eine echte Welle geworden: "Es ist Wahnsinn, wie das weiterschwappt", meint Johannes Holzinger, Kapitän der zweiten Mannschaft des 1. FC Altenmuhr. Für ihn und seine Jungs war es eine Ehrensache, die Herausforderung anzunehmen. Seien die Protagonisten der ersten Videos, die im Umlauf waren, nur mit den Füßen ins Wasser, "wollten wir das gescheit machen". Sprich, die Fluten des Altmühlsees wurden für die Aktion der Altenmuhrer Sportler auserkoren und sogar ein Drehbuch für das Video geschrieben.

Und der Erfolg rechtfertigt für die beiden Organisatoren Johannes Holzinger und André Löffler den Aufwand. Etwa 200 Zuschauer ließen sich das nasse Event am Muhrer Badestrand nicht entgehen, und so kam auch ohne Grillaktion eine stattliche Summe von 450 Euro zusammen. Das Geld geht an Kerstin Vogt aus Wehlenberg, die schwer an MS erkrankt ist. "Mit dieser Resonanz haben wir überhaupt nicht gerechnet", freut sich Holzinger und blickt gespannt dem Fußballmatch gegen die Spielvereinigung Ansbach entgegen. Statt zur "Cold-Water-Challenge" haben die Altenmuhrer die Ansbacher Spieler nämlich zum Kicken herausgefordert. Mit kaltem Wasser beschäftigen sich dagegen dieser Tage der SV Cronheim und die Spielgemeinschaft FC Gunzenhausen/SV Unterwurmbach.

Ein Ständchen im Altmühlsee: Die Wormer Musikanten ließen sich nicht lumpen und verlegten spontan eine Probe in die kalten Fluten. © Wormer Musikanten


Apropos Unterwurmbach: Da hat es auch noch andere erwischt, zum Beispiel die Wormer Musikanten, die kurzerhand eine Probe in den Altmühlsee verlegt haben. "Das war eine ganz spontane Aktion", erzählt Bastian Seifert und ist immer noch ganz begeistert, vor allem vom Zusammenhalt und dem Gemeinschaftsgeist. "Keiner aus der Gruppe hat gesagt, dass er da nicht mitmacht. Jung und Alt waren dabei." Ein angenehmes Nachspiel wird das kalte Bad für die Jungen und Mädchen des Unterwurmbacher Kindergartens "Spatzennest" haben. Die Spende für die Einrichtung wird aus der Vereinskasse genommen.

Zu einem echten Dorffest weiteten die FFW Aha-Edersfeld und der FC Aha die Challenge aus und machten es sich quasi in der Überschwemmung der Altmühl direkt vor ihrer Haustür bequem — mit Bierzeltgarnitur versteht sich. Nahezu das ganze Dorf war auf den Beinen und ließ sich den feucht-fröhlichen Spaß nicht entgehen. Zudem fanden sich allerhand Spender, die Essen und Getränke zur Verfügung stellten, sodass am Ende ein hübsches Sümmchen für den örtlichen Kindergarten zusammenkam.

Auf riesige Resonanz stieß die professionell vorbereitete Aktion des FC Altenmuhr am Badestrand in Muhr am See. © FC Altenmuhr


Auch die Floriansjünger aus Degersheim und Rohrach kniffen nicht: Kurzerhand wurde auf dem Degersheimer Dorfplatz mittels eines großen Containers mit wasserdichter Folie die Freibadsaison eröffnet. Tapfer wagten sich zwölf aktive Brandschützer bei gefühlt drei Grad Außentemperatur ins Bassin, mittendrin war gar der Grill aufgestellt. Gegen eine Spende gab es zu den Klängen des Posaunenchors Bratwürste und jede Menge Flüssiges für die zahlreichen Besucher. Der Erlös der Spaßaktion geht an den Verein "Strahlemann".

Ob die nominierten FFW-Kollegen aus Hechlingen am See, Wolfsbronn und Dittenheim ebenso wagemutig sind oder lieber eine Brotzeit ausgeben, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

"Keine Herausforderung ist uns zu groß und kein Wasser zu tief — wir haben diese Aufgabe gerne angenommen", lautete das Motto bei der Freiwilligen Feuerwehr Gnotzheim, die auf die Schnelle über 20 Wagemutige zusammengetrommelt hat. Erhobenen Hauptes wagten sie sich ins eiskalte Wasser, das in einem großen Planschbecken auf dem Marktplatz bereitgestellt war. Dank der vielen Zuschauer, die sich Essen und Trinken schmecken ließen, erbrachte die Spaßaktion auf die Schnelle 500 Euro.

Über das Geld darf sich Pater Zbigniew Las – ein guter (Studien-) freund des Gnotzheimer Pfarrers Peter Wyzgol – freuen, der als Missionarspfarrer im afrikanischen Burkina-Faso wirkt und die Summe für ein aktuelles Brunnenprojekt verwenden wird.

  

fh/tell/tp E-Mail

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