Mittwoch, 14.11.2018

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Surfversuche auf dem Kleinen Brombachsee

Unser Praktikant Mario Früh probiert Wassersportarten im Seenland aus - 17.08.2018 17:22 Uhr

Hang Loose: Der Surfergruß war natürlich Pflicht, als der Neuling in dieser Sportart und Autor dieses Artikels, Mario Früh (links), mit Surflehrer Daniel an die „Arbeit“ ging. © privat


Am Rande des Seecampingplatzes Langlau liegt eine Station der Surfschule von Martin Böneker. Aus dem Vorzelt eines Wohnmobils, gleich neben einem Bürocontainer der Surfschule, kommt mir breit grinsend ein gut gebräunter junger Mann entgegen. Es ist Daniel, mein heutiger Surflehrer: "Guten Morgen. Na, Bock zu surfen? Heute ist es ziemlich windig, also perfekte Bedingungen zum Windsurfen."

Nach und nach trudeln die anderen sieben Kursteilnehmer ein. Vom Familienvater mit seiner Tochter bis zu zwei sechsjährigen Jungs ist alles vertreten. Zuerst wird für jeden Teilnehmer der richtige Neoprenanzug ausgesucht. Jetzt kann es auch schon Richtung See gehen. Abhängig von der Körpergröße wählt Daniel für jeden das richtige Brett aus. An einem kleinen Sandstrand macht uns Daniel mit den verschiedenen Bauteilen des Surfbretts vertraut. Die sogenannte Finne sieht aus wie eine Haiflosse. Sie ist an der Unterseite am hinteren Ende des Bretts angebracht. Zusätzlich kann man in tieferem Gewässer in der Mitte des Bretts ein Schwert ausklappen. Beide Komponenten helfen dem Surfer, sicher auf dem Brett zu stehen.

Dann geht es ins Wasser. Auf dem Bauch liegend paddeln wir auf den See hinaus. Surflehrer Daniel ist auf seinem eigenen Surfbrett immer mit dabei und gibt Hilfestellung und Anweisungen. Erst einmal sollen wir ein Gefühl für das Brett zu bekommen. Jetzt wird es schwierig: Wir sollen in die Grundposition gehen. Dazu steht man auf dem Brett auf und stellt sich seitlich in die Mitte. Dann versucht man das vordere Ende des Brettes aus dem Wasser zu heben, indem man sein Gewicht auf den hinteren Teil verlagert. Platsch! Da ist es auch schon passiert. In der einen Sekunde freue ich mich, dass mein Surfbrett vorne aus dem Wasser ragt, in der anderen liege ich auch schon im See. Also nochmal probieren. Nach ein paar Versuchen klappt es bei allen.

Als nächste Stufe soll ich auf dem Brett liegend lospaddeln. Während der Fahrt soll ich aufstehen und dann ein paar Meter auf dem Brett dahingleiten. Durch die vorangegangenen Balanceübungen kriege ich das auf Anhieb recht gut hin. Nach diesen Grundlagenübungen geht es zurück an Land. Dort erklärt Daniel in einer Trockenübung, wie das Segel angebracht wird und was wir eigentlich damit tun sollen. Es gibt drei Stellungen für das Segel. In der Grundstellung liegt es im Wasser. Nun muss ich das Segel mit einer Leine an mich heranziehen und am Mast festhalten. Lasse ich es im 45-Grad-Winkel nach vorne bis knapp oberhalb der Wasseroberfläche hängen, richtet sich das Brett auf dem Wasser je nach Windrichtung aus. Um loszufahren, ziehe ich das Segel nah an mich ran und stehe aufrecht auf dem Brett. Lenken kann ich, indem ich das Segel entweder nach hinten oben ziehe oder nach vorne unten drücke.

Das Segel muss die richtige Größe für den Surfer haben. Für Kinder gibt es kleinere Segel. Hier hat der Wind weniger Angriffsfläche und sie können somit nicht so schnell werden. Nachdem jeder sein Segel an den Strand gebracht hat, müssen wir es montieren. Dann geht es endlich richtig los mit dem Windsurfen. Doch was sich in der Theorie so einfach angehört hat, erweist sich in der Praxis als ziemlich kompliziert.

Bei den ersten Surfversuchen machen mein Brett und mein Segel so gar nicht, was ich will. Möchte ich eine Linkskurve fahren, kommt der Wind von der anderen Richtung. Richte ich mein Segel neu aus, dreht natürlich der Wind. Außerdem treibe ich ständig ans Seeufer ab. Plötzlich ruft Daniel, der mein Abtreiben bemerkt hat, quer über den See: "Mario du musst weiter auf den See hinaus. Da ist mehr Wind, dann funktioniert es auch."

Ich nehme den Tipp dankbar an und paddle ein Stück weiter raus. Das Segel wird beim Paddeln einfach hinten flach auf das Surfbrett gelegt. Man selbst legt sich davor auf den Bauch und hält das Segel mit den Beinen fest. Ein Stück weiter weg vom Ufer richte ich mein Brett mithilfe des Segels neu aus. Auf einmal merke ich, wie der Wind mein Segel erfasst. Und dann sause ich tatsächlich los. Es geht ganz schön flott über die Wasseroberfläche. Ich muss mich bemühen, das Segel festzuhalten. Der stärkere Wind treibt mich allerdings immer weiter auf den See hinaus. Doch Surflehrer Daniel ist sofort zur Stelle. Er fährt neben mir her und gibt mir Anweisungen welche Lenkbewegungen ich machen soll, um wieder in den sicheren Bereich zu kommen: "Super! Du surfst, sieht sehr gut aus! Jetzt versuche, das Segel weiter nach hinten zu ziehen und dann den Kurs zu halten. So kommst du wieder in sicheres Gewässer."

Nach ein paar weiteren Versuchen, die teilweise im Wasser endeten, klappt das Windsurfen schon recht gut. Es macht richtig viel Spaß, mit hohem Tempo über die kleinen Wellen zu brettern. Auch den anderen Teilnehmern fällt das Lenken und das Balancieren auf dem Surfbrett nicht so leicht. Immer wieder höre ich um mich herum, wie jemand fluchend vom Surfbrett stürzt.

Am Ende schaffen es aber alle zurück ans Ufer. Jetzt heißt es Mittagspause für alle, die den kompletten Grundkurs absolvieren möchten. Für mich und die Teilnehmer, die nur mal "reinschnuppern", ist das Abenteuer Windsurfen leider schon zu Ende.

Als Fazit bleibt: Es war eine sehr coole Erfahrung. Nach ein paar missglückten Fahrversuchen und einigen Stürzen in den Brombachsee kamen bereits erste Erfolgserlebnisse. Surflehrer Daniel beschreibt den Sport sehr treffend: "Wenn man den kompletten Grundkurs absolviert und danach eigenständig auf dem Wasser ein bisschen trainiert, hat man schon nach kurzer Zeit den Dreh raus. Dann gibt es kein Halten mehr. Es ist wie eine Sucht. Sobald das Wetter günstig zum Surfen ist, muss man sofort raus auf den See."

Nachdem alle Bretter und Segel aufgeräumt sind, verabschieden sich die Kursteilnehmer zum Mittagessen. Daniel winkt noch kurz zum Abschied und verschwindet dann wieder im Wohnwagen-Vorzelt.

Die VDWS Surfschule in Langlau bietet neben dem Windsurfen auch Kitesurfen an. Sämtliche Surfausrüstung sowie SUP-Bretter und Kajaks können ausgeliehen werden. Weitere Informationen unter www.windsurfingschule.de oder 0177/32 45 083  

Mario Früh E-Mail

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