Dienstag, 13.11.2018

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Basketball: Longhorns bekommen Profitrainer

Angelos Plantzas springt ab, dafür kommt Mario Dugandzic - 08.08.2015 09:00 Uhr

Vollblut-Basketballer: Mario Dugandzic wird künftig die Longhorns betreuen. © Foto: Horst Linke


HERZOGENAURACH — Ende April sah das noch ganz anders aus. „Da bin ich fast bewusstlos umgefallen“, gesteht OKD, wie er in der Korbjäger-Szene genannt wird. Kurz zuvor hatte Trainer Angelos Plantzas bei ihm angerufen und verkündet, dass er nun doch nicht als Cheftrainer des Regionalligateams zu Verfügung stehe. Dabei sei er seit März intensiv in die Saisonplanung eingestiegen – gemeinsam mit dem Nürnberger Headcoach Ralph Junge, so der Herzogenauracher Basketballchef.

Aber aus beruflichen und privaten Gründen hatte der 44-jährige Grieche plötzlich das Gefühl, dass ihm das über den Kopf wachsen könnte: der Aufbau eines komplett neuen Teams aus zwei Vereinen. Kaddatz-Daßler gab Plantzas Bedenkzeit bis nach den Pfingstferien, aber an dessen Entschluss ließ sich nicht mehr rütteln. OKD: „Ein schmerzlicher Verlust!“

In Absprache mit Junge entschied man sich für eine interne Lösung: Der Jugendkoordinator des Nürnberger Pro A-Teams, Mario Dugandzic, übernimmt das Kommando beim Kooperationspartner. Kaddatz-Daßler ist „super zufrieden und glücklich“ mit dieser Personalie: „Der Mario ist ein Profi, hat sein ganzes Leben dem Basketball gewidmet und passt auch menschlich zu uns.“

Mit 30 schon viel Routine

Dugandzic, geboren in Bosnien, war selbst Zweitligaspieler in Heidelberg und Rastatt, hat Trainerstationen in Heidelberg, Karlsruhe und Bad Bergzabern vorzuweisen – dabei ist er erst 30 Jahre alt. Im Herbst 2014 folgte er dem Ruf von Ralph Junge nach Nürnberg, wo ja nach und nach ein erstligareifes Umfeld entstehen soll – mit der TS Herzogenaurach als Unterbau, Sein Co-Trainer wird das TSH-Urgestein Benedikt Aumeier sein, der in Nürnberg zudem das U14-Bayernligateam trainieren wird.

Der Kader der Longhorns verspricht eine spannende Mischung zu werden, man kann auch von einer „Wundertüte“ sprechen. Feste Größen sind die langjährigen Leistungsträger Mike Kaiser und Markus Person. Das dritte große „M“ soll Monty Rogers sein, der nach einer langwierigen Achillessehnenverletzung um den Anschluss kämpft. OKD: „Monty ist derzeit bei 80 Prozent und kann die Trainingseinheiten zum großen Teil absolvieren.“ Allerdings sei sein stärkster Trumpf, die enorme Sprungkraft, noch längst nicht wieder da.

Hinzu kommen vom bisherigen Kader noch Freddy Simon und Jan Koranda, der unbedingt in Herzogenaurach bleiben wollte sowie „die drei Fragezeichen:“ Denn ob Peter Simon, Moritz Hüttel und Karen Buniatian wirklich Teil des Teams werden, steht in den Sternen.

Ein Nationalspieler mit Spielrecht für die Longhorns: Kevin Bright (rechts) wechselte aus Ehingen nach Nürnberg. © Foto: Wolfgang Zink


„Katze“ Simon hatte eigentlich nach seinem dritten Kreuzbandriss seine Laufbahn für beendet erklärt, doch jetzt juckt es den angehenden Lehrer wieder in den Fingern. Doch bis Dezember steckt er im Staatsexamen – und dann entscheidet sich, ob er in der Region bleibt. Ebenso unklar ist, ob der Körper ein Comeback verkraftet. Medizinstudent Hüttel befindet sich im praktischen Jahr und kann noch nicht abschätzen, wie viel Zeit er aufbringen kann, und bei Ersatzmann Buniatian ist unklar, ob er den Sprung in den Kader schafft.

Bei den Abgängen sticht einer heraus: Ryan DeMichael muss aus persönlichen Gründen seine großartige Karriere beenden. Toni Donhauser wechselt nach Ansbach, Benno Schüpferling, Julian Patton und Johannes May verlassen die Region aus Studien- oder beruflichen Gründen. Am schlimmsten hat es Adrian Dlugosch getroffen, der als Mittzwanziger wohl schon Sportinvalide ist.

So viel zum Herzogenauracher Anteil. Aus Nürnberg stößt im Prinzip das komplette Team aus der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) hinzu. Diese 17- bis 19-jährigen Talente sollen für Blutauffrischung sorgen und dazu beitragen, dass man eine sorgenlose Regionalligasaison erlebt. Kaddatz-Daßler: „Ich bin da mittlerweile recht zuversichtlich.“

Dazu trägt auch der Umstand bei, dass rent4office Nürnberg vor allem auf junge deutsche Spieler setzt, die wiederum gerne zu Ralph Junge kommen, der als großer Nachwuchsförderer gilt. Und so könnte es sein, dass die U23-Spieler aus dem Pro A-Kader gelegentlich auch in der Regionalliga aufzaubern.

Gleich drei A2-Nationalspieler könnten mit Doppellizenz potentiell auch für die Longhorns auflaufen: Mauricio Marin (21), Kevin Bright (22) und Mario Blessing (23). Haris Hujic (18) ist im U 18-Nationalkader, ein weiteres Ausnahmetalent ist Bill Borekambi (22). Diese Akteure werden aber eher selten in der Aurachstadt auflaufen. OKD: „Vorwiegend soll ein Kernteam spielen, wobei wir nichts dagegen haben, wenn zwischendurch ein Mal ein paar Bundesligaspieler mitmischen.“ Und das Publikum wohl auch nicht . . . 

HOLGER PETER

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