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Enge Kooperation von Backwaren-Produzenten im Aischgrund

Biolandwirt, Müller und Bäcker arbeiten Hand in Hand - 29.05.2013 15:34 Uhr

Lange Wege gibt es bei ihnen nicht: Müller Michael Litz, Bäcker Arnd Erbel und Landwirt Karl Brehm in einem Roggenfeld bei Lonnerstadt (von links). © Andrea Rudolph


Die enge Zusammenarbeit der drei Handwerker, alle Meister ihres Fachs, ist eine Besondere — und dabei geht es um mehr als ums Geldverdienen. „Mir reicht die schwarze Null“, meint Arnd Erbel, „ich investiere lieber Arbeitszeit als viel Geld in teure Maschinen.“ Der Bäcker beschreibt seine Brote und Backwaren ungern als Wirtschaftsprodukte. „Das sind Kulturgüter.“

Von Massenproduktion kann bei ihm wahrlich keine Rede sein, er bietet die Brote und Kuchen aus seinem 333 Jahre alten Betrieb in Dachsbach und Neustadt/Aisch an – dort gibt es übrigens keinen Bäcker mehr, der vor Ort produziert. 

„Es wäre doch schön, wenn unsere Lebensmittel wieder hauptsächlich dort hergestellt werden, wo sie an den Verbraucher gehen“, meint Karl Brehm. Doch sind die Konsumenten auch bereit, für regionale Qualitätsprodukte tiefer in die Tasche zu greifen? Michael Litz zuckt die Schultern: „Das ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern eine der Wertschätzung. In unseren Nachbarländern wird deutlich mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben.“

Gewissensberuhigung

„Viele versuchen ihr Gewissen durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln im Discounter zu beruhigen“, gibt Erbel zu bedenken. „Aber Bio ist nicht gleich Bio“, betont Litz, „da gibt es aus hiesigem Anbau und dem in osteuropäischen Ländern sehr große Unterschiede.“

Er beziehe sein Getreide — hauptsächlich Weizen, Roggen und Dinkel — von Bauern aus dem Umkreis von 50 Kilometern, aus konventionellem und biologischem Anbau. „Mir ist biologischer Anbau sehr wichtig“, erklärt Arnd Erbel, „aber beispielsweise bekomme ich auch gewöhnliche Eier von Bauern in den Nachbarorten. Da weiß ich, dass die Erzeugung und das Ergebnis stimmen.“

Zurück zum Getreide: Um die Qualität ohne Spritzmittel zu halten, betreibt Karl Brehm einen hohen Aufwand, beispielsweise in der Fruchtfolge. Das natürliche Wachstum der Getreidehalme sieht er als Kunstwerk, das in der Mühle und später in der Backstube mit Sorgfalt und Feingefühl vollendet wird.

Und wodurch soll der Verbraucher das kunstvolle und tatsächliche regional erzeugte Endprodukt zu schätzen wissen? „Natürlich durch den Geschmack. Und da geht es ums Thema Bildung und ums Wissen-Wollen“, sagt der Bäcker. „Ich bin froh um jeden Kunden, der hinter die Kulissen schauen und mehr erfahren will.“ Das können die anderen beiden nur bestätigen, die beim direkten Kartoffel-, beziehungsweise Mehlverkauf ebenfalls den persönlichen Kontakt zum Endverbraucher pflegen. 

ANDREA RUDOLPH

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