Mittwoch, 12.12.2018

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Gegenwind für Alice Weidel in Höchstadt

Rund 400 Gegendemonstranten bei AfD-Versammlung - 10.10.2018 19:59 Uhr

Viele Bürger wollten die AfD-Versammlung in der Kulturfabrik in Höchstadt nicht so einfach hinnehmen und kamen zu einer Gegendemonstration zusammen. © Foto: Uli Schuster


"Wir wollen dich hier bei uns nicht haben!" Diese Botschaft sendeten die Teilnehmer der Kundgebung "Demokratie braucht keine Alternative" vom Innenhof in den Veranstaltungssaal der Fortuna Kulturfabrik.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Höchstadter SPD, unterstützt von "Aktion Courage" und der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg. Ziel sei es nicht, den Wahlkampfauftritt zu stören, betonte die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann, als sie das Mikrophon ergriff. "Aber wir nutzen das Recht, die menschenverachtenden Aussagen der AfD laut zu kritisieren."

Neben der Sozialdemokratin traten unter anderem auch der Landtagskandidat der Linken, Lukas Eitel, die Stadträte Alexander Schulz (CSU) und Wolfgang Pflügner (Junge Liste) sowie die Landtagskandidatin der Grünen, Astrid Marschall, ans Rednerpult.

Der Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm ließ sich von Veranstalter Andreas Hänjes entschuldigen. Er habe einen wichtigen Termin mit Teichwirten vergessen, als er gegenüber unserer Zeitung sein Kommen ankündigt hatte. Hänjes, der mit nur rund 100 Teilnehmern gerechnet hatte, freute sich: "Wir sind mehr!"

Die "neue Kanzlerin"

Der Saal innen war mit 300 Zuhörern voll besetzt. Teils feierten die Anhänger Alice Weidel mit frenetischem Applaus. Auf Plakaten betitelten sie die Fraktionsvorsitzende als "neue Kanzlerin."

Michael Meister, der Landtagskandidat der AfD meinte, draußen spiele sich "eine Tragikomödie" ab, organisiert von einer "Nostalgiepartei aus der Zeit der Dampflok".

Bilderstrecke zum Thema

Fahnen, Pfeifen, Plakate: Höchstadt demonstriert gegen AfD

Am Mittwochabend war die AfD mit einer Wahlkampfveranstaltung in Höchstadt zu Gast. Rund um den Austragungsort gingen zahlreiche Gegendemonstranten auf die Straße. Die Polizei war vor Ort, um das Geschehen zu überwachen, zu Ausschreitungen zwischen beiden Lagern kam es jedoch nicht.


Die Demonstranten bezeichnete er als "Krawallmacher". Während Meister sich noch dagegen verwahrte, dass seine Partei nur ein Thema kenne, beschäftigte sich Alice Weidel in ihrer Rede über weite Strecken wieder mit dem Thema Zuwanderung. Sie verwendete dabei Formulierungen, die ins Rassistische gingen.

So sprach sie von "messernden und vergewaltigenden alimentierten Einwandern" oder mit Blick auf Migration von "Abzock-Tourismus". Auch in Bayern sei die Welt nicht mehr in Ordnung, anders als die CSU dies behaupte.

Alice Weidel sprach außerdem von "Hunderttausenden, die sich illegal in Deutschland aufhalten" und einem "alltäglichen Rechtsbruch an deutschen Grenzen durch illegale Grenzüberschreitungen." Sie nannte Zahlen, die angeblich die hohe Kriminalität von Zuwandern belegen sollten. 

Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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