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Mittwoch, 15.08.2018

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Neujahrsempfang mit Sepp Raith und Weißwürsten

"Junge SPD" hatte Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann als Rednerin nach Herzogenaurach eingeladen - 14.01.2018 18:03 Uhr

Auch die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann (links) und Bürgermeister German Hacker (Zweiter von links) lauschten aufmerksam den Ausführungen von Sepp Raith. © Foto: Margot Jansen


"Der Mensch braucht die Utopie", meinte Sepp Raith, Urgestein der bayerischen Kleinkunstszene, beim Neujahrsempfang der "Jungen SPD" im vollbesetzten Ratskeller. Zur Utopie gehört auch, dass er noch zu seinen Lebzeiten einen Ministerpräsidenten oder eine Ministerpräsidentin von der SPD erleben möchte.

An den "Jungen" in der SPD, die in Herzogenaurach erstmals den Neujahrsempfang ausrichteten — ganz bayerisch mit Weißwurst und Brezen und den sozialkritischen Liedern und Gedichten von Raith, der zum ersten Mal in Herzogenaurach auftrat — wird es nicht scheitern . Seit Sommer 2016 treffen sich die "Youngsters" monatlich mit Bürgermeister German Hacker, um kommunal- und bundespolitische Themen zu erörtern.

Weil in Bayern Landtagswahlen ins Haus stehen, hatte die Gruppierung um Sandra Wüstner (Stadträtin), Altan Kiazim und Jörg Hiermann die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann eingeladen und ihr ein brisantes Thema vorgegeben: "Nach der Wahl ist vor der Wahl – die Wähler wollen wieder Vertrauen in die Politik haben!"

Hiersemann versuchte in ihrem Redebeitrag dann dem Vertrauensverlust auf die Spur zu kommen. Für sie gehört zum Vertrauen, dass die Mandatsträger ihrer Meinung und ihrer Haltung treu bleiben. Die Einzelinteressenslage des Bürgers sei höchst unterschiedlich und man müsse diese in einen Gesamtzusammenhang setzen, dürfe selbst nie unkritisch und beliebig werden. "Ein Politiker muss kantig sein und es nicht jedem recht machen wollen."

Die Sondierungsverhandlungen für eine GroKo spielten bei Hiersemanns Ausführungen auch eine Rolle: "Erst haben wir gesagt, wir gehen in die Opposition, dann waren wir notgedrungen (durch das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen) bereit zu Gesprächen, denn die SPD hat sich ihrer staatspolitischen Verantwortung nie verweigert", führte sie aus. Jetzt müsse man sich entscheiden, aber wie habe schon Bertolt Brecht gesagt: "Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war."

Unabhängig davon, wie es in Berlin weitergeht, hat Hiersemann ihre Prioritäten schon gesetzt: Sie will eine rechtsstaatliche Balance zwischen Freiheit und Sicherheit. Neuen Wohnraum zu schaffen sei auch Aufgabe des Freistaats und sie wolle nicht, dass sozial bedürftige deutsche Bürger dabei gegen wohnungssuchende Geflüchtete ausgespielt würden. Die Bewahrung von Demokratie und Rechtsstaat müsse wieder von allen Bürgern und Bürgerinnen als Gemeinschafsprojekt gesehen werden. Als Sozialdemokratin in Bayern müsse man einen langen Atem haben, meinte sie und den habe sie weiterhin.  

MARGOT JANSEN

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