Dienstag, 18.12.2018

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Theater für mehr Toleranz im Alltag

Neuntklässler informieren sich bei Projekttag über Rechtsextremismus und Asyl — Äthiopier erzählt von Flucht - 27.04.2018 14:00 Uhr

Christine Elsa Wagner und Julian Kühndel zeigen als „Elly und Ingo“, wie unterschiedlich Menschen mit häuslicher oder systemischer Gewalt umgehen. Foto: Landratsamt Erlangen-Höchstadt


Parallel dazu erzählt das Stück die Lebensgeschichte der Regensburger Lehrerin Elly Maldaque in der Weimarer Republik und des gewalttätigen Neonazis Ingo in der heutigen Zeit. Auf der Bühne wandelt sich Ingo vom Gewaltopfer zum rechtsextremistischen Gewalttäter. Elly hingegen entscheidet sich dafür, sich gegen ein System der Unterdrückung zu stellen, ohne Gewalt anzuwenden.

"Für die Schülerinnen und Schüler war das Theaterstück sehr intensiv. Sie hatten bildlich vor Augen, dass die Welt nicht nur schwarz-weiß ist", erzählt Helge Höppner von der Kommunalen Jugendarbeit. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" hat der auf Jugend-Demokratiearbeit spezialisierte Sozialpädagoge den diesjährigen Projekttag organisiert.

Auf dem Unterrichtsplan stand neben dem Theaterstück ein Vortrag von Thomas Estrada von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) über Jugendliche im Fokus von Rechtsextremisten. Eine große Rolle spielte dabei, wie Rechtsextremisten Jugendliche als Sympathisanten in den sozialen Netzwerken gewinnen wollen und wie junge Menschen dies erkennen.

Besonderes Interesse weckte der Vortrag von Sonja Panzer, Lehrerin einer Berufsintegrationsklasse, und vier Flüchtlingen aus Äthiopien und Syrien. Die Flüchtlinge schilderten die Situation in ihren Heimatländern und berichteten über ihre Flucht nach Deutschland. "Für mich war es sehr eindrucksvoll, mehr über die Fluchtgründe junger Menschen aus erster Hand zu erfahren", sagte Höppner. Filmon Debele, Student aus Äthiopien, berichtete beispielsweise über die Unterdrückung der Volksgruppe Oromo. Als er gegen die Enteignung der Bauern im Land protestierte, wurde er festgenommen und floh aus dem Gefängnis über Libyen nach Deutschland. Die Geschichten der Flüchtlinge und des Theaterstücks beeindruckten auch den Landrat des Landkreises, Alexander Tritthart: "Ich wünsche mir, dass der heutige Tag die Schülerinnen und Schüler dazu animiert, sich in ihrem eigenen Alltag für mehr Toleranz einzusetzen.  

nn

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