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Hubert Haderthauer muss um Doktortitel bangen

Ehemann der Ministerin ist schon in Modellautoaffäre verwickelt - 27.06.2013 15:10 Uhr

Das Ehepaar Haderthauer glänzte im Februar auf dem CSU-Ball in der Meistersingerhalle. Hubert Haderthauer ist jetzt unter Beschuss geraten.

Das Ehepaar Haderthauer glänzte im Februar auf dem CSU-Ball in der Meistersingerhalle. Hubert Haderthauer ist jetzt unter Beschuss geraten. © News5


Die Doktorarbeit aus dem Jahr 1986, die sich mit dem Verhalten von Enzymen in den Nieren weiblicher Ratten beschäftigt, ist selbst unter dem allgemein bekannten Gesichtspunkt, dass Doktorarbeiten aus dem Fachbereich Medizin eher nicht durch Umfang bestechen, bemerkenswert dünn. Ganze zehn Seiten, auf denen auch noch großzügige Illustrationen den Textkörper deutlich minimieren, ist das Werk Haderthauers stark.

Die Arbeit  war vorher zudem schon einmal in der „Zeitschrift für mikroskopisch-anatomische Forschung“ auf den Seiten 763 bis 772 abgedruckt. Dabei taucht neben Hubert Haderthauer auch noch sein Doktorvater, Professor Peter Kugler, als Autor auf.

Georg Kaiser, Sprecher der Universität Würzburg, stellen sich bei dieser Praxis die Nackenhaare auf. „Aber“, erklärt er, „bei experimentellen medizinischen Arbeiten war das früher gängiger Usus an allen Universitäten.“ In Würzburg, so der Unisprecher, habe man vor einigen Jahren darauf mit neuen Regelungen reagiert, um Derartiges zu verhindern.

Die Plagiatsvorwürfe kommen für Haderthauer zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Er steht derzeit schon wegen umstrittener Privat-Geschäfte mit psychisch kranken Straftätern stark unter Beschuss. Ob und in welchem Maß Haderthauer bei seiner dünnen Doktorarbeit abgeschrieben hat, wird jetzt an der Uni Würzburg untersucht. "Der Plagiatsvorwurf muss von den zuständigen Stellen und Gremien sehr genau geprüft werden. Vorher lässt sich nichts dazu sagen“, erklärte Würzburgers Uni-Sprecher. Er kann derzeit auch nicht abschätzen, wie lange die Prüfung dauern könnte.

Die Würzburger Hochschule war erst vor wenigen Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil der Medizinhistoriker Professor Gundolf Keil gegen finanzielles Entgegenkommen bei Doktorarbeiten half. In einem Strafverfahren wegen Vorteilsannahme wurde er 2007 zu 90 Tagessätzen (rund 15000 Euro) verurteilt. 

Helmut Reister

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