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Samstag, 16.02.2019

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"Massiver Angriff": Retter in Bayern mit Eisenstange attackiert

"Selten so erlebt": Vier Verletzte und mehrere Tausend Euro Sachschaden - 01.01.2019 14:58 Uhr

Die Heckscheibe dieses Einsatzfahrzeuges wurde mit einer Eisenstange eingeschlagen. © BRK


Sie hatten auch in der Silvesternacht viel zu tun, die Retter des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) im Landkreis Kelheim. Insgesamt 85 Einsätze wickelten die teils Ehrenamtlichen ab. Kreislaufkollapse, Alkoholleichen, akute Krankheiten. Ein Notfall gegen 2 Uhr nachts aber brachte die Retter an ihre Grenzen.

Es war ein Einsatz, wie er beim Jahreswechsel häufig vorkommt. Im südlichen Landkreis Kelheim lag eine bewusstlose Person in einer Hofeinfahrt. "Der wieder teilweise ansprechbare Patient sollte auf eine Trage umgelagert werden und aufgrund der Witterung die Behandlung im Rettungswagen weiter erfolgen", schreibt das BRK in einer Pressemitteilung. Doch plötzlich begann der Mann wild um sich zu schlagen, er prügelte auf einen Notarzt ein. 


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Die Rettungsdienstmitarbeiter, so skizziert es das BRK, flüchteten sich in den Rettungswagen, eine Sanitäterin in ihr Notarzteinsatzfahrzeug. Doch der Angreifer verfolgte die Frau, die sich zwar noch in ihr Auto rettete - doch zusperren konnte sie nicht mehr rechtzeitig. Über die hintere Beifahrertür wollte er in das Fahrzeug klettern, nur die Einbauschränke verhinderten, dass er die Sänitäterin attackierten konnte. Das Interieur des Wagens wurde dabei schwer beschädigt.

Der Sachschaden liegt bei mehreren Tausend Euro. © BRK


Über den Digitalfunk setzte das BRK-Team einen Notruf ab, der restliche Funkverkehr der Retter wurde so stillgelegt. Bis eine Streife der Polizei am Tatort ankam, griff der Mann aber weiter wild die Besatzung an. Mit einer Eisenstange schlug er um sich, dabei ging die Heckscheibe eines Einsatzfahrzeuges zu Bruch. Die Sanitäterin konnte in der Zwischenzeit zu ihren Kollegen fliehen. Die Polizei überwältigte den Angreifer wenig später. 

"Solch massiven Angriff selten erlebt" 

Die Bilanz des Angriffs: vier Verletzte und ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro. Man schule das Personal für genau solche Situationen, sagt Stephan Zieglmeier, Leiter des Kehlheimer Rettungsdienstes. "Aber einen solch massiven Angriff haben wir bisher selten erlebt!"

Vierlerorts kam es in Deutschland zu ähnlichen Szenen. In Berlin gab es laut Feuerwehr 49 Übergriffe, 33 davon mit Pyrotechnik. Ein Feuerwehrmann erlitt dabei ein Knalltrauma und kam in eine Spezialklinik. In Hammheim attackierte eine Männergruppe Polizisten, die Beamten wurden mit Faustschlägen traktiert. In Dortmund beschossen Unbekannte eine Streife mit Silvesterraketen und warfen Flaschen.

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Tobi Lang Online-Redakteur E-Mail

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