Sonntag, 09.12.2018

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Die Flieger feiern Jubiläum mit Bodenhaftung

Auf dem Flugplatz an der Nürnberger Straße wird seit einem halben Jahrhundert gestartet und gelandet - 27.08.2009

Erwin Romstöck, der Vorsitzende der Flugsportvereinigung Neumarkt seit 1999, verbringt viel Zeit auf dem Flugplatz- Gelände oder bei der Wartung der Motorsegler, die dem Verein gehören. © Fritz Etzold


Es ist auch nicht so sonderlich viel geplant für diesen runden Geburtstag. «Eine Feier in ganz kleinem Rahmen» sagt Romstöck. Es wird um 9 Uhr eine Feldmesse geben, die Stadtpfarrer Norbert Winner zelebrieren will und die die Blaskapelle Pölling musikalisch umrahmt. Später ist Flugbetrieb zu Vorzugspreisen vorgesehen. So steht es auf dem kleinen Plakat.

Seit 1999 ist Erwin Romstöck der Vorsitzende der Flugsportvereinigung Neumarkt, Nachfolger von Willi Gebhard. Doch der Fliegerei gehört sein Herz schon seit Bubenzeiten.

Er war als Zwölfjähriger mit dabei, als der Verein 1950 wiedergegründet wurde. Es hatte ihn schon vor dem Krieg gegeben. Er war dann im Dritten Reich «gleichgeschaltet» worden.

Anfangs erlaubten die Alliierten nur den Modellflug, doch schon 1951 durften auf dem bei Stauf angelegten Rollfeld schon wieder Segelflieger starten und landen. Der Flugplatz lag am Fuß des Buchbergs entlang des Waldrands, etwa parallel zur heutigen Staatsstraße nach Freystadt.

Die Landebahn kreuzte die Straße von Stauf nach Buchberg. Das war damals, erinnert sich Erwin Romstöck, ein Schotterweg, auf dem weniger Fahrzeuge unterwegs waren als Flugzeuge ihn querten.

1959 bot sich die Chance, an der Nürnberger Straße ein ausgedehntes Gelände, damals noch weit außerhalb der Stadt, nur mit dem Krankenhaus in der Nachbarschaft, für den Flugbetrieb zu nutzen.

Treibende Kräfte seien der erste Nachkriegsoberbürgermeister Theo Betz gewesen und sein Stellvertreter Franz Plank, Luftwaffenpilot im Krieg, begeisterter Hobbyflieger und zu der Zeit Vorsitzender der Flugsportvereinigung.

Das Grundstück gehörte der Stadt, dem Kloster St. Josef und der Lammsbrauerei. Die Stadt hat mittlerweile einen Großteil des Geländes erworben. Ein kleines Stück am westlichen Rand gehört der Flugsportvereinigung selbst.

Begehrliche Blicke aufs Areal

Das Areal zwischen der Woffenbacher Straße und dem Gewerbegebiet an der Nürnberger Straße ist ein Filetstück geworden, auf das begehrliche Blicke geworfen werden.

Immer wieder wird diskutiert, ob den Fliegern nicht ein Ausweichgelände angeboten werden solle. Das raubt Erwin Romstöck aber nicht den Schlaf. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2020. «Das sind elf Jahre, da kann noch viel passieren. Uns drängt nichts», sagt er. Dass Stadt und Landkreis sich bislang nicht darauf verständigen konnten, wie es in diesem Bereich weiter gehen soll, kann den Flugsportlern auch nur recht sein.

Seit 1960 ist der Flugplatz ein «öffentlicher Landeplatz», der einzige in der westlichen Oberpfalz. Die Landebahn von 710 Meter Länge ist zugelassen für Motorflugzeuge bis 2000 Kilo, Segelflieger, Motorsegler und jetzt auch für Ultra-Leicht-Flugzeuge. Die hatten, als sie noch ungemein lästige Zweizylinder-Rasenmäher-Motoren antrieben, Hausverbot. Inzwischen sind die UL leiser als alles andere. Mit Ausnahmegenehmigung dürfen auch Geschäftsflugzeuge mit bis zu fünf Tonnen auf dem Flugplatz Neumarkt landen.

Der hat seit 1980 einen regelrechten Tower. In dieser Zeit etwa wurde auch eine zweite Halle gebaut und die Landebahn befestigt.

Der Flugsportvereinigung gehören 400 Mitglieder an, von denen 25 aktive Flieger sind. Diese Zahl blieb seit der Gründung nahezu unverändert.

Der Verein hat vier eigene Motorsegler. Haltergemeinschaften haben ihre Privatmaschinen ebenfalls in Neumarkt untergestellt. Seit der Berchinger Flugplatz geschlossen wurde, bekamen die Neumarkter auch von dort Zuwachs. 

Christian Biersack

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