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Musical auf Burg ist „die Krönung“

Regisseur Franz X. Müller zieht eine Zwischenbilanz zu „Die Wolfsteiner“ - 05.08.2010

Großes Aufgebot auf der Bühne: Beim Musical „Die Wolfsteiner“ sind die Akteure mit großem Engagement dabei. Das Publikum ist begeistert. © Fellner


„Wenn man bei den Vorstellungen so in die Runde schaut, lauter aufmerksame Gesichter“, freut sich Franz X. Müller, Regisseur und Textautor des Musicals „Die Wolfsteiner“. Das Publikum lache an den richtigen Stellen und „geht sichtlich zufrieden in die Pause und nach Hause“, berichtet Müller. Damit ist den Mitwirkenden das gelungen, woran Viele im Voraus gezweifelt hatten. Jahrelang waren Projekte auf der Burgruine Wolfstein in der Größenordnung dieses Musicals gescheitert. Und auch Müller gibt zu: „Es war nicht immer leicht.“ Manchmal habe auch er gezweifelt und sich gefragt, ob er „das wirklich durchziehen“ solle. Doch das Team habe alle Klippen gemeistert und gezeigt, dass Burgspiele möglich sind. Schon ein wenig stolz ist Müller auf das Ergebnis – zu Recht.

Der Wolfsteiner vergnügt sich gerne mit Frauen — nicht nur mit der eigenen.


Bis auf drei Vorstellungen konnten alle auf der Bühne vor dem Palas der Burgruine Wolfstein hoch über der Stadt stattfinden. Beide Donnerstage waren bisher verregnet und auch für heute Abend sei der Wetterbericht denkbar schlecht, so Müller. Bei Regen würde die Aufführung dann in die Aula des Landratsamts verlegt. Aber auch dort sei das Schauspiel schön anzusehen, bekräftigt Müller. Allerdings habe sich bislang abgezeichnet, dass bei schlechter Witterung der Saal des Landratsamts nicht so gut besucht ist. „Da geht dann an der Abendkasse wenig“, so Müller.

Wenn Petrus es zulässt, wie in den meisten Fällen geschehen, verstärkt das Ambiente auf der Burg natürlich die Wirkung der Handlung. Insgesamt sei die Nachfrage gut, berichtet der Regisseur, bis auf wenige Karten seien „Die Wolfsteiner“ ausgebucht. An der Abendkasse könne man da nur noch zurück gegebene Karten ergattern.

Strom fiel aus

Das Musical sei „schön eingelaufen“, erzählt Müller und schmunzelt über eine kleine Panne: „Einmal hatten wir Stromausfall, eine Sicherung war‘s. So was kann natürlich passieren.“ Das Publikum hat es sportlich genommen und amüsiert Extra-Applaus gespendet.

Wertvoll und ein wunderbarer Nebeneffekt sei das Klima und der Zusammenhalt der Gruppe. Durch den intensiven Kontakt entstünden echte Freundschaften. „Ich bin voll zufrieden mit der Truppe, jeder ist für jeden da“, lobt der Regisseur. Bisher habe es keinen großen Knatsch gegeben.

Das kann auch Martina Löfflad bestätigen. Die Neumarkterin sei erst recht spät dazugestoßen und überrascht gewesen, gleich die Rolle der ersten Bäuerin übernehmen zu können. Nachdem sie einem Artikel der Neumarkter Nachrichten entnommen hatte, dass Helfer gesucht seien, hat sich Löfflad gleich gemeldet – und es „überhaupt nicht bereut“, beteuert sie. Eine sehr offene und nette Truppe habe ihr den Einstieg sehr leicht gemacht, erinnert sich Löfflad. Denn: „Jeder profitiert von jedem, jeder hilft jedem.“ Da ihre Rolle dreifach besetzt ist, hat Löfflad vier Auftritte zu meistern. Zwei hat sie noch vor sich: „Auf der Burg spielen zu dürfen, ist natürlich schon die Krönung.“ Hochachtung hat die Frau auch vor den beteiligten Kindern: „Die Gespenster-Kids sind jeden Abend mit Herzblut dabei.“ Aber auch diejenigen, die nicht dran sind, kommen meist zu den Aufführungen und helfen. Beim Schminken, Umziehen und was sonst alles anfällt. „Alle fühlen sich verantwortlich“, schwärmt Löfflad.

Die letzten vier Vorstellungen finden am heutigen Donnerstag, morgen, übermorgen und am Sonntag statt. Die letzten drei Termine überschneiden sich mit dem Volksfest. Das war laut Müller beabsichtigt, um Auswärtigen die Möglichkeit zu bieten, Volksfest und Musical miteinander zu verbinden. 

JONAS POLSTER

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