Sonntag, 09.12.2018

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Nachhaltigkeitspreis für Weitsichtige und Mutige

Lammsbräu verlieh zum 16. Mal ihre Auszeichnung an Pioniere - Erstmals eine Kategorie für Startups - 26.10.2017 21:15 Uhr

Mehr als 150 Besucher waren gekommen, um live mitzuverfolgen, welche Ideen und Projekte heuer den Neumarkter Lammsbräu Nachhaltigkeitspreis bekommen sollten. Auf dem Foto: die Nominierten. © Foto: André De Geare


Die Mode, die demnächst unter dem Label "Azadi" vertrieben werden soll, stellen Frauen in einer Schutzeinrichtung her – sie alle haben Zwangsprostitution oder Kinderhandel erlebt. Die Schnitte stammen von der Nürnberger Modeschule, produziert wird in Delhi zu fairen Konditionen und ohne giftige Substanzen.

Das Konzept hat die Jury, die sich aus Vertretern der Lammsbräu, des Demeter-Verbandes, des Bund Naturschutzes und anderen Gremien zusammensetzte, überzeugt. In der Laudatio hieß es: "Farcap weißt uns darauf hin, dass es uns nicht egal sein darf, was wir am Körper tragen." Deshalb bekam das Startup in der neuen Kategorie "Innovationen" den mit 2000 Euro dotierten Preis.

Ein ähnliches Konzept, allerdings schon deutlich länger, verfolgt die Original Food GmbH aus Freiburg im Breisgau, die in der Kategorie "Unternehmen" ausgezeichnet wurde: Sie unterstützt äthiopische Bauern, die im Regenwald wild wachsenden Kaffee ernten und gemeinsam vertreiben. Die nötigen Gerätschaften sowie Strukturen haben die Freiburger geschaffen.

Anreize schaffen

Durch die im Vergleich zum Weltmarkt fast doppelt so hohen Löhne, haben rund 80 000 bis 100 000 Äthiopier eine Existenzgrundlage und zugleich einen Grund, den Regenwald zu schützen. Den Kaffee gibt es mittlerweile in fast allen deutschen Bio- und Naturkostläden zu kaufen.

Der Pflanzenvielfalt widmet sich unterdessen die Schweizer Samengärtnerei Zollinger: Sie stellt bewährte Gemüse-, Kräuter- und Blumensamen her – rein biologisch und erst recht ohne Gentechnik. Dieser Gedanke gefiel der Jury und sie ehrte das Familienunternehmen in der Kategorie "Herausragendes Engagement". Das Preisgeld von 2000 Euro gab es wie bei allen anderen Siegern obendrauf.

"Es ist eher ein symbolischer Preis, der eine Anerkennung für Menschen sein soll, die bereit sind, umzudenken und Neues zu wagen", sagte Lammsbräu-Chef Franz Ehrensperger. Er stiftet den Preis seit 2001 – finanziert aus den jährlichen Einsparungen der damals neuen Flaschenwaschanlage.

Ressourcen und Klimawandel

Als Ansporn sehen auch all die anderen Prämierten die Auszeichnung; beispielsweise das Netzwerk Reparatur-Initiativen: Es hat in der Kategorie "Gemeinnützige Organisationen" gewonnen, da es interessierte Besucher auf seiner Internetseite www.reparatur-initiativen.de darüber informiert, wo sie das nächste Repair-Café in ihrer Nähe finden können; oder wie sie selbst solch eines einrichten können.

Um Information geht es auch den Machern des Online-Magazins www. klimaretter.info: Journalisten sammeln dort Nachrichten, Hintergründe und Kommentare zur Klima- und Energiewende; das Engagement gefiel der Jury, und verlieh den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Medienschaffende".

Laut der Brauerei zählt ihr Preis zu den bedeutendsten Nachhaltigkeitsauszeichnungen in Deutschland. Dieses Jahr hätten sich 109 Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen darum beworben. 

Alexandra Haderlein E-Mail

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