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Buch über Münchner Löwenbrauerei in Neustadt gedruckt

Großes Werk aus kleiner Stadt - "Ein Bier wie Bayern" erschienen - 17.11.2016 10:01 Uhr

Darauf darf er "schon ein bisschen stolz" sein: Der Verleger Hans Karl Friedrich Schmidt zieht die druckfrische Publikation der "Münchner Löwenbrauerei" aus den Regalen. © Harald Munzinger


Darauf wiederum ist der Neustädter Verleger Hans Karl Friedrich Schmidt stolz, der für die Gestaltungs-und Druckqualität der 480 Seiten umfassenden Dokumentation bei der Vorstellung des Buches im Forum der Münchner IHK-Akademie reichlich Anerkennung erfuhr. Auch vom Autor Dr. Richard Winkler, dem stellvertretenden Leiter des Bayerischen Wirtschaftsarchivs, der die "Geschichte der Münchner Löwenbrauerei 1818 bis 2003" mit vielfältigen Facetten verfasste und ein Werk reichhaltig illustrierte.

Eine Geschichte, die in München auf den kurzen Nenner gebracht wird: "Mia san Bier". Es sei schon ein erhebender Moment gewesen, aus dem fernen Mittelfranken und einer kleinen Stadt in Bayerns Metropole deutlich machen zu können, dass auf dem Land nicht nur die Lebensqualität geschätzt werde, sondern auch eine konkurrenzfähige Wirtschaft angesiedelt ist, ließ Hans Karl Friedrich Schmidt nach der Buchvorstellung mit einem kräftigen Schuss Mittelfrankenwerbung wissen. Die sei in München durchaus interessiert aufgenommen und der Stadt-Land-Wettbewerb amüsiert quittiert worden.

Markante Daten und Anekdoten

Dass er bei einer Hymne auf die "Münchner Löwenbrauerei" Franken nicht als die Region mit der größten Brauereidichte und auszeichneten individuellen Familienbrauereien mit nicht minder beachtlicher Tradition schilderte, legte sich der Verleger taktische Zurückhaltung auf. Hier ging es ja um ein "Bier wie Bayern" und um die von 1880 bis 1976 größte Brauerei Bayerns. "Löwenbräu" habe kurz vor dem Ersten Weltkrieg als zweitgrößte Bierfabrik Deutschlands gegolten, sei in den 1960-er Jahren in den USA zur meistgetrunkenen Importmarke aufgestiegen und sei lange Zeit international die am weitesten verbreitete deutsche Biermarke“ gewesen, schreibt Richard Winkler in dem umfassenden Werk.

Er spannt den Bogen von glanzvollen Zeiten bis zum Verlust der Selbständigkeit für die seit 1524 aktenkundige Münchner Traditionsbrauerei, deren Betriebsstätte sich einst beim bekannten Stiglmaierplatz über 79.000 Quadratmeter erstreckt hatte, mit markanten Daten und einigen Anekdoten.

So lässt der Autor über den Dialog eines Einheimischen und eines amerikamischen Sergeanten an einer Bar im Nachkriegsdeutschland schmunzeln.

"Wirtschaftsgeschichte jenseits aller Folklore"

Was er über Goethe denke, fragte der Münchner, um von dem Amerikaner beim genüsslichen Nippen an seinem Bier zu vernehmen: "Gut, aber ich bevorzuge Löwenbräu". Dass es Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Glasflaschen mit Löwenbräu-Bier gegeben habe und diese zunächst – hauptsächlich für den Transport ins Ausland mit Korken – ähnlich wie beim Sekt – verschlossen gewesen seien oder dass die ersten Löwenbräu-Bierdosen 1952 keine Lasche hatten, sondern aufgestoßen werden mussten, erfährt der Leser des Buches von Dr. Richard Winkler. Die Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchives.

Dr. Eva Moser ordnet diese "umfangreiche und quellengesättigte" Publikation Winklers als "ersten umfassenden, gründlich recherchierten Einblick in einen bedeutenden Bereich der bayerischen Wirtschaftsgeschichte jenseits aller Folklore" ein. Für Dr. Winkler ist die Geschichte des Brauhauses im 19. und 20. Jahrhundert "an Spannung nicht zu überbieten".

"Eine besondere Auszeichnung"

Dem Aufstieg unter die Top Ten der weltgrößten Produzenten von Lagerbier bis 1914 war ab 1933 die Diffamierung als "Judenbrauerei" durch die Nazis gefolgt und 1945 das Unternehmen in Schutt und Asche gelegt worden. Nach dem Neuanfang war 1963 der Durchbruch zu Deutschlands Exportbrauerei Nummer eins gelungen, ehe nach den Schilderungen Winklers "ab 1970 eine krisenhafte Entwicklung einsetzte, die 1997 das Ende der unternehmerischen Selbständigkeit" zur Folge hatte. Damals von der Spatenbrauerei übernommen, gehören heute beide zum größten Braukonzern der Welt.

Dieses Standartwerk mit circa 480 Seiten und über 220 Abbildungen, darunter eine Vielzahl historischer, teilweise erstmals veröffentlichter Fotos, in das vielfältige Verzeichnis der in der Verlagsdruckerei Ph. C.W. Schmidt erschienenen Publikationen fügen zu können, sei für sein Haus, so Hans Karl Friedrich Schmidt "eine besondere Auszeichnung". Dieses hatte sich dafür mit zahlreichen Büchern von Archiven oder Historischen Vereinen empfohlen. Erhältlich ist "Ein Bier wie Bayern" im Buchhandel oder kann unter 09161/88600 sowie im Online-Shop www.verlagsdruckerei-schmidt.de bestellt werden. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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