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Lernbaumhaus: Kindertraum von Playmobilstiftung erfüllt

Einzigartiges Projekt bietet einen "spannenden neuen Lernort" - 08.07.2018 14:36 Uhr

Auf der Welt bisher einmalig: Der Prototyp des "Lernbaumhauses" im naturnahen Diespecker Pausenhof. © Harald Munzinger


Das verdanken Gemeinde, Schulverband und die große Schulfamilie der "Stiftung Kinderförderung" von Playmobil, deren Vorsitzender Dr. Wolfram Heger diesen in seiner Art sogar "weltweit einmaligen Lernort" den Kindern mit dem Wunsch übergab, sich hier in Gedanken ganz tolle Orte zu erschließen. So wie die spannenden Abenteuer von der Eiszeit bis zu den Ägyptern oder im Wilden Westen im beliebten Buch "Das magische Baumhaus" beschrieben seien. 

Magisch mutete wohl das etwa elf Meter lange, fünfzehn Meter breite und sechs Meter hohe Lernbaumhaus auch für die Schülerinnen und Schüler an, denen es bis zu jenem magischen Augenblick verschlossen war, als das große rote Band durchschnitten war und sie es endlich ihre stattliche hölzerne Burg "stürmen" durften. Die Ansprachen zum außergewöhnlichem Ereignis sollten sie und die zahlreichen Besucher allerdings noch einige Zeit auf die Folter spannen. Schließlich galt es ja ein weltweites Alleinstellungsmerkmal gebührend zu würdigen.

Krönung für naturnahen Pausenhof 

Rektorin Karin Dornauer und Konrektor Gregor Fleischmann freuten sich über den Abschluss der Gestaltung des naturnahen Pausenhofes. 2009 sei damit begonnen worden, "mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und auch vieler Sponsoren, vor allem aber durch die bewundernswerte Eigenleistung unserer Schulfamilie, dieses großartige Projekt in einzelnen Bauabschnitten zu verwirklichen." Entstanden sei "eine abwechslungsreiche Fläche, auf der es viel zu entdecken gibt". Dass der Wunsch eines Baumhauses in allem Modellen der Schülerinnen und Schüler zu ihrem "Traumpausenhof" sich mit dem Geschenk der Playmobil-Kinderstiftung erfüllen würde, sollte "alles übersteigen, was sich unsere Schulgemeinschaft jemals vorstellen konnte". Es übertreffe in Größe und Funktion wirklich jede Phantasie und eröffne neben den vielfältigen Kletter- und Spielmöglichkeiten Schülergruppen und ganzen Klassen, "im Baumhaus, direkt in der Natur zu lernen", schwärmten Dornauer und Fleischmann: "Von der Lesestunde über die Naturbeobachtung bis hin zum praktischen Mathematikunterricht ist hier vieles möglich, was wir ausprobieren wollen". 

Gemeinsam neue Wege beschritten 

Mit dem in Diespeck ausgearbeiteten Konzept gehe die Playmobil Kinderstiftung, die dieses Projekt von der Planung bis zur Ausführung mit einem hohen finanziellen Aufwand realisiert habe, "gemeinsam mit uns neue Wege". Die Stiftung, die Bildung und Erziehung von Kindern durch aktives sowie kreatives Spielen und Lernen ermöglicht, habe bisher "Aktivschiffe" und "Aktiv-Archen" für Kindertagesstätten und –krippen entworfen und bauen lassen. Das "Baumhaus", das die Kinder und Jugendlichen zukünftig zum Lernen, Forschen, Spielen und Bewegen nutzen könnten, sei aktuell der Prototyp der Kinderstiftung für Schulen in der Bundesrepublik. "Wir sind sehr stolz, dass unsere Schule dafür ausgewählt wurde und bedanken uns im Namen unserer ganzen Schulfamilie sehr herzlich beim Kuratorium der Stiftung für dieses außergewöhnliche und einzigartige Projekt", führte das Rektorenteam unter Beifall aus. 

 Dem schloss sich Erster Bürgermeister Dr. Christian von Dobschütz an, der ein Geschenk würdigte, "das es wahrlich nicht sehr oft in der Historie einer Schule" gebe. Das Baumhaus sei so schön und groß, "dass selbst die Waldelben in Mittelerde vor Neid erblassen würden", wie er ebenso wie Dr. Heger Bezug auf die Fantasien im "Magischen Baumhaus" nahm. Das Ziel der Playmobil-Stiftung, Kindern eine gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung zu ermöglichen, sei mit diesem wunderbaren Projekt mustergültig umgesetzt, die Verbindung von Bewegung, Spaß und damit verbundener Aufnahmefähigkeit perfekt vereint. 

In den Dank an die Stiftung bezog der Bürgermeister alle ein, die an der Realisierung des Projektes beteiligt waren, "darunter auch viele helfende und leidenschaftliche Kinderhände". Ohne die Partizipation von mittlerweile mehreren Schülergenerationen hätte Diespeck heute nicht den schönsten Pausenhof über den Landkreis hinaus, was von Dobschütz "mit einem großen Applaus" einer überwältigenden Gästeschar bestätigen ließ. 

Bilderstrecke zum Thema

Feierlich übergeben: Diespecker Kinder bekommen Lernbaumhaus

Es ragt sechs Meter hoch in die Höhe und sorgt für Verzückung bei den Kindern: Das neue Lernbaumhaus in Diespeck wurde am Sonntag feierlich zum ersten mal "erklettert".


Schönster Schulhof Bayerns 

MdL Gabi Schmidt, als Mitglied der bayerischen Kinderkommission viel unterwegs, beglückwünschte Diespeck zum "schönsten Schulhof Bayerns" und Landtagskollege Harry Scheuenstuhl rechnete ebenso wie Brigitte Limbacher die Zeit der pflegeleichten Pausenhöfe der Vergangenheit zu, begrüßte die "bewegte Schule", die Schulamtsdirektorin das angstfreie Kennenlernen mit daraus erwachsender Selbstverantwortung. Stellvertretender Landrat Bernd Schnizlein beneidete Diespeck aus Sicht anderer Gemeinde ein wenig und sprach zugleich seine Bewunderung für dessen Entwicklung auch in Bezug auf die Schule. 

Dass hier mit viel Herzblut und harter Arbeit eine Oase für die Schüler geschaffen worden sei, in der das Lernen Spaß mache, der Natur- und Bewegungsraum die Gemeinschaft stärke, stimmte man im Kreis Ehrengäste mit der Schulleitung überein, ehe man gemeinsam mit dem symbolischen Bandschnitt das "Lernbaumhaus" den Kids übergab, die im Lied "unsere Schule ist der Hit" ihren stolz auf sie ausdrückten. 

"Spannender neuer Lernort" 

 Die Besichtigung des bislang einzigartigen Projektes bot Einblick in einen "spannenden neuen Lernort, an dem naturnah beobachtet, experimentiert und gelernt werden kann". Außerdem fördere das Baumhaus durch seine Spielelemente auch die motorische Entwicklung von Kindern und sorge in der Außenanlage von Grundschulen für Bewegung, Spielspaß und jede Menge Abenteuer, betonte die Playmobil-Stiftung.: "Das Lernbaumhaus bietet den Kindern außerhalb des normalen Unterrichtsraums eine besondere Lernumgebung, wodurch die Motivation und die positive Einstellung für die dort gebotenen Lerninhalte gesteigert wird". Zudem bietet es Abwechslung zum langen Sitzen, von Projektentwickler Peter Heuken als "Einstuhlung" bezeichnet. So ist es ganz im Sinn Playmobil-Gründer und Stifter Horst Brandstätter: "Kinder brauchen vor allem Bewegung, um sich geistig und körperlich gesund zu entwickeln".

Viel Anerkennung für Elternbeirat 

 Für Bewegung sollte auch beim Schulfest unter dem Motto "Der Natur auf der Spur" gesorgt sein. Dafür gab es auf dem Schulgelände viele interessante Aktivitäten und Stationen. Dem Elternbeirat unter Vorsitz von Nicole Galuschge galt der Dank der Schulleitung für die tolle Organisation des Festes und alle kulinarischen Köstlichkeiten, mit denen die zahlreichen Gäste verwöhnt wurden. Mit dem Fest sollte das ausgezeichnete Zusammenwirken von Schule, Elternvertretung und Förderverein zum Ausdruck kommen.  

Harald J. Munzinger

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