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17. Februar 1967: Schulwege nach Plan

Neue Musteraktion soll der Sicherheit der Kinder auf der Straße dienen - 17.02.2017 08:11 Uhr

Schülerlotsen sorgen am Zebrastreifen für ein reibungsloses Überqueren der Fahrbahn. © NN


Das Kultusministerium hat die Städte München, Nürnberg und Hof mit dem Versuch beauftragt, Pläne für den sichersten Schulweg auszuarbeiten, ein Musterverfahren, das später überall in Bayern eingeführt werden soll. Trotzdem - so erklärte gestern Schuldirektor Kurt Gemählich - helfen solche schöne Pläne wenig, wenn sich Pädagogen und Verkehrsfachleute nicht der Mithilfe der Eltern sicher sein dürfen. Vater und Mutter müssen den Sprößlingen den sichersten Schulweg so lange "eintrichtern", bis er zur lieben Gewohnheit geworden ist.

"Es ist schwierig, diese Pläne aufzustellen, weil jedes Kind einen anderen Schulweg hat", meint Schuldirektor Gemählich, der mit folgender Methode dem ministeriellen Auftrag gerecht werden möchte: er läßt Karten von den einzelnen Stadtteilen anfertigen, in denen die von der Polizei aufgespürten Gefahrenpunkte eingetragen sind. Gleichzeitig enthalten sie die Stellen, an denen die Kinder von der einen Straßenseite zur anderen wechseln können, ohne sich allzu großen Gefahren auszusetzen. Denn die meisten Schülerunfälle ereignen sich immer noch beim Überqueren der Fahrbahn.

Gefahren für die Schulkinder: hilflos stehen sie am Straßenrand und warten auf eine Lücke... © NN


Auf die Lehrer aber wartet zu Beginn des nächsten Schuljahres eine neue Aufgabe. Sie werden gebeten, kartenbewaffnet vor die versammelte Elternschaft zu treten, damit gemeinsam der sicherste, freilich nicht immer kürzeste Schulweg ausgeknobelt werden kann.

oder sausen blitzschnell zwischen zwei abbiegenden Autos zur anderen Straßenseite hinüber © NN


"Im wesentlichen hängt der Erfolg von den Eltern ab. Sie müssen die Kinder auf dem vorgezeichneten Pfad so lange begleiten, bis aus der Übung eine Gewohnheit geworden ist", lautet der Wunsch des Schuldirektors, der im übrigen auf die jahrelangen, vielseitigen Bemühungen um die Sicherheit der Nürnberger Schulkinder im Straßenverkehr verweisen kann.

Die Unfallstatistik zeigt deutlich, daß in den Monaten September, Oktober und November - wenn die Erstklässler noch unerfahren sind - die Zahlen in die Höhe klettern. Sie zeigt aber auch insgesamt eine leicht rückläufige Tendenz, denn während 1965 noch fast 230 Schülerunfälle registriert wurden, ereigneten sich im vergangenen Jahr nur 200; trotz zunehmender Motorisierung und höherer Schülerzahl. Schuldirektor Kurt Gemählich führt diese erfreuliche Erscheinung nicht zuletzt auf den Unterricht durch Polizeibeamte und Lehrer sowie auf die Unterstützung durch die Verkehrswacht zurück.

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Nun soll durch die Schulweg-Pläne abermals versucht werden, die Unfallzahlen gerade bei den Abc-Schützen zu drücken. Kurt Gemählich meint dazu: "Der Erfolg unserer Anstrengungen ist nicht genau meßbar. Er besteht praktisch in dem, was verhütet wird. Aber wenn wir nur einen einzigen Unfall damit verhindern, hat sich alles schon gelohnt."

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