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AfD Nürnberg: Politikerin verschickt Hitler-Bilder in Chat

Kreisverband wurde erst im Dezember gegründet - Partei kündigt Schritte an - 13.02.2017 17:17 Uhr

Roon, Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Nürnberg-Süd/Schwabach, hatte das Bild bereits im vergangenen Sommer geteilt.

Roon, Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Nürnberg-Süd/Schwabach, hatte das Bild bereits im vergangenen Sommer geteilt. © dpa


Es sind zwei Hitler-Bilder, die Elena Roon in einem Chat geteilt hatte. Das eine zeigt den Kopf von Hitler über dem "Vermisst seit 1945" steht. Unter dem Foto ist noch zu lesen: "Adolf, bitte melde Dich! Deutschland braucht dich!" Auf dem zweiten Bild rauft sich Hitler die Haare mit den Worten: "Islamisten..., die habe ich vergessen!" Die AfD-Bundestagskandidatin gibt auf Anfrage zu, diese Fotos verbreitet zu haben. "Ich habe damit aber nur warnen wollen", sagt sie. Wovor? "Na, was da so alles im Netz ist. Ich bekomme täglich Tausende solcher Bildchen geschickt." Zuerst berichtete der Münchner Merkur über den Vorfall.

Doch ist es bei der Vorsitzenden des am 11. Dezember 2016 gegründeten AfD-Kreisverbandes Nürnberg-Süd-Schwabach nicht das erste Mal, dass sie mehr als fragwürdige Inhalte in sozialen Netzwerken verbreitet: Erst im September hat die Nürnbergerin mit russlanddeutschen Wurzeln im sozialen Netzwerk ein Video der Holocaust-Leugnerin und langjährigen Neonaziaktivistin Ursula Haverbeck-Wetzel verbreitet. In dem Film "Aufruf an die Russlanddeutschen" fordert Haverbeck-Wetzel zur Wahl der AfD auf. Nach der "Übernahme der parlamentarischen Macht" durch die AfD solle "dieses System grundsätzlich" geändert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in diesem Video als "Fremdländische" bezeichnet.

Roon und die "Sichere Heimat"

Roon hat im vergangenen Jahr in Nürnberg überdies mehrere Kundgebungen der extrem rechten Organisation "Sichere Heimat" auf die Beine gestellt. Auf der Seite der Gegendemonstranten wurden dabei aus den Reihen der Kundgebung "massiv rassistische und völkische Äußerungen" registriert. Ein Redner namens "Denis" zitierte bei einer der Kundgebungen im April 2016 auf der Bühne den NS-Dichter und SS-Mann Kurt Eggers.

Die AfD-Politikerin distanziert sich von den Hitler-Bildern und sieht sich als Opfer einer Intrige. Denn hinter den Kulissen der Nürnberger AfD brodelt es, seit es neben dem AfD-Kreisverband Nürnberg-Nord auch Roons Kreisverband gibt. Dass der Vorfall jetzt bekannt wird, könnte mit Machtrangeleien der AfD in Nürnberg zusammenhängen. Auch andere AfD-Politiker glauben, dass die Hitler-Bilder aus der geschlossenen WhatsApp-Gruppe an die Medien lanciert wurden, "um Frau Roon loszuwerden", wie Siegfried Emmer, AfD-Kreisvorsitzender in Erlangen und Erlangen-Höchstadt. Hinter der Aktion stecke seiner und Roons Ansicht nach Martin Sichert, Vorsitzender des Kreisverbandes Nürnberg-Nord. Der will sich auf Anfrage nicht äußern. Nur so viel: "Derzeit läuft der parteiinterne Untersuchungsausschuss in dieser Sache. Den sollte man abwarten." 

Dieser Artikel wurde um 17.17 Uhr aktualisiert. 

Alexander Brock

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