Samstag, 17.11.2018

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Alle Möglichkeiten auf einen Blick

Schüler und Eltern informierten sich auf der Messe parentum über künftige Berufe - 29.01.2018 19:39 Uhr

© Welcher Job soll es später mal sein? Bei der Fachmesse parentum im Ofenwerk schauten viele Jugendliche mit ihren Eltern vorbei, um sich über Ausbildung, Studium und die vielfältigen Berufschancen zu informieren.Foto: Horst Linke


Samstagmorgen, 9 Uhr, ist normalerweise keine Zeit, zu der Schüler mit großen Aktivitäten auffallen. Im Ofenwerk sieht das anders aus. Bei der vierten Auflage der Fachmesse parentum unterhalten sich Jugendliche angeregt mit potenziellen Arbeitgebern. Ein Job bei der Deutschen Bahn, der Stadt oder einer Bank? Der Eltern- und Schülertag für die Berufs- und Studienwahl soll den jungen und älteren Besuchern eine Orientierung bieten.

"Das Interesse ist ungebrochen", sagt Projektleiterin Monika Zakel vom Institut für Talententwicklung (IfT), das neben der parentum auch die Ausbildungsmesse vocatium veranstaltet. Immer wieder stellt sie fest, dass gerade Eltern gerne vorbeischauen: "Bei vielen liegen die Bewerbungen ja selbst lange zurück. Sie sind froh, wenn sie ein Update erhalten."

Im Vorjahr hatten sich 51 Aussteller präsentiert, diesmal sind es 65, darunter zwei mit Schwerpunkt auf ehrenamtlichem Engagement. An den Ständen herrscht Hochbetrieb, die halbstündigen Vorträge sind voll besetzt.

Maria Rahn hat sich die Präsentation "Dein Talent im Einsatz beim Zoll" mit Interesse angehört. Jetzt steht die 17-Jährige mit Klassenkameraden der Uffenheimer Christian-von-Bomhard-Schule bei Simone Hermenau von der Steuerberaterkammer Nürnberg. Drei Jahre, erfahren sie, dauert die Ausbildung zum Steuerfachangestellten.

Aufstieg ohne Studium

Drei Jahre Berufstätigkeit sind nötig, um sich zum Steuerfachwirt fortzubilden. Nach zehn Jahren winkt schließlich der Job als Steuerberater – und das, ohne dass man studiert haben muss, wie Hermenau betont. Ein Beruf, über den es sich nachzudenken lohnt, wie die Schüler feststellen. Im Unterricht werde kaum darüber gesprochen, wie es nach der Schule weitergeht, beklagt der 16-jährige Simon Beil. Umso bereitwilliger nehmen die Schüler das heutige Angebot an.

Max Schubert geht in die 8. Klasse der Veit-Stoß-Realschule. Sein Vater und er schätzen die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit einen Überblick über technische, kaufmännische und soziale Berufe zu verschaffen. "Hier sind alle an einem Ort. Wenn ich das im Internet raussuchen müsste, wäre ich nie so schnell", sagt Thomas Schubert. Welchen Beruf Max später mal ergreift, möchten ihm seine Eltern selbst überlassen. Nur von der Bundeswehr oder der Polizei würde die Mutter abraten, schätzt der 44-Jährige.

"Ich habe manchmal den Eindruck, dass Eltern ihre Kinder weiterschieben wollen, wenn sie bei uns stehen bleiben", bemerkt Marcel Haas, Leiter der Fachschule für Heilerziehungspflege. Dennoch sei die Nachfrage unter den Schülern groß – genau wie die Chance, einen der 250 Ausbildungsplätze in den verschiedenen Pflegeberufen zu erhalten.

Wer ein Faible für Flugzeuge hat, ist bei Ute Springhart genau richtig. Die Personalleiterin des Aero-Dienstes wirbt für die Ausbildungen zum Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker. Bis zu 800 Maschinen jährlich wartet der Aero-Dienst am Nürnberger Flughafen.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, für die es sechs Plätze gibt. Der Lohn: ein sicherer Job mit vielen Chancen – und vor allem eine große Verantwortung. Denn Sätze wie "Flieg mal rechts ran", scherzt Springhart, kann sich die Branche nicht leisten. 

JOHANNES HANDL

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