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Ameisen und lichtscheue Bettwanzen auf dem Vormarsch

Schädlingsbiologin Eva Scholl warnt vor bestimmten Arten von Ungeziefer - Insekten machen auch vor Krankenhäusern nicht Halt - 03.03.2010

Bestimmte Ameisen können für Menschen gefährlich sein. © oh


Ein Altbau in der Nürnberger Innenstadt ist regelrecht verseucht: Auf allen Etagen, hinter Tapeten, unter dem Fußboden und anderen Hohlräumen hat sie sich ausgebreitet: Die Pharao-Ameise. Sie ist klitzeklein, durchsichtig und für Menschen gefährlich. Wo sich das Haus befindet, sagt Scholl nicht. Diskretion. Nur soviel: Die Hausgemeinschaft bat sie um Hilfe. Doch wenn einer nicht mitzieht, wäre die ganze Ameisenbekämpfung umsonst. Und dieser eine, war ein Bäckereibetrieb, den Scholl als Quelle der Ameisenplage vermutet. «Die Ameise hält sich gerne da auf, wo es warm und feucht ist», sagt sie. Die Nähe von Backofen und frischem, warmen Brot sei ein ideales Milieu.

Besonders die Pharao-Ameise kann eine Gefahr für kranke oder alte Menschen sein. «Sie suchen Nasenschleimhäute auf oder Speichel und sie gehen auf Wunden», sagt die Expertin. Selbst in einem Krankenhaus (nicht in Nürnberg und Umgebung) habe sie Pharao-Ameisen entdeckt, die in Massen Präperatenschränke und auch medizinische Geräte befallen haben.

Auf dem Vormarsch ist laut Scholl auch die Bettwanze. «Weltweit hat der Bestand in den letzten Jahren um das 750-fache zugenommen», sagt sie. Das Insekt ist lichtscheu und sucht die Nähe zum Wirt, also die zu Menschen oder Tieren. «Man bekommt die Wanze kaum zu Gesicht», so die Biologin. Ob sie da ist, erkenne man an den charakteristischen Stichen auf der Haut nach dem Aufwachen im Bett.

Zur Bekämpfung der Bettwanze gebe es mehrere Methoden. Eine, die Scholl selbst schon ausprobiert hat: Die befallenen Gegenstände ein bis zwei Tage in einer Gefriertruhe aufbewahren. «Die Bettwanze erfriert dabei sicher», sagt Scholl.

Dass sich die Bettwanze überhaupt ausbreiten kann, erklärt sie sich so: «Vielen Menschen ist das peinlich, Bettwanzen zu haben. Sie verbinden das mit Schmutz und Dreck und reden lieber nicht darüber.» Doch damit gebe man dem Ungeziefer erst die Möglichkeit, weiteres Terrain zu erobern.

Alexander Brock

Infos zum Thema bei Eva Scholl unter der Rufnummer: 0911/433 13 74. Oder im Internet: www.evascholl.de 

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