Donnerstag, 21.02.2019

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Arbeitsamt muss weichen: Wieder Hotel-Neubau in Nürnberg

Baukunstbeirat will vorhandenes Gebäude am Frauentorgraben sanieren - 11.02.2019 11:42 Uhr

So soll das neue Hotel einmal aussehen. Es wird genauso hoch sein wie das ehemalige Arbeitsamt, hat hat aber eine Etage mehr, weil die Räume niedriger sind. © Simulation: SRAP Sedlak Risslan Architekten


Der Standort hat eine lange Geschichte, die mit dem Bau des Nürnberger Krankenhauses zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzte. Danach folgten Siemens-Schuckert und die Nutzung als Hotel in Zusammenhang mit dem benachbarten Deutschen Hof. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und als Arbeitsamt zwischen 1952 und 1954 wieder aufgebaut. Seit 1992 steht es leer.

Das ehemalige Arbeitsamt am Frauentorgraben steht seit 1992 leer und wird abgerissen. Bedauert wird der Verlust des Eingangsbereichs. © Foto: Michael Matejka


2011 kaufte es der Deutschland-Ableger der Buta Group, die ihren Sitz in Dubai hat. Die Nürnberger Architekten Robert Sedlak und René Rissland hatten von Anfang an den Auftrag, ein Drei-Sterne-Hotel mit möglichst vielen Zimmern zu realisieren. Im Bestand hätten die Architekten 160 Zimmer mit 16 Quadratmetern unterbringen können. Wenn ein Neubau realisiert wird, dann wären es 270 Zimmer. Die Buta Group entschied sich für Abriss und Neubau: Statt den vier Stockwerken im Altbau wird es fünf geben, weil die Zimmerhöhe niedriger ausfällt. Unter dem Dach werden noch zwei weitere Etagen untergebracht. 2020 soll mit dem Abriss begonnen werden, so eine Vertreterin der Buta Group. Da der Denkmalschutz nicht greift, ist der Abriss von der Stadt nicht zu verhindern.

Die Architektin Hannelore Deubzer und ihr Kollege Thomas Will, Mitglieder im Baukunstbeirat, bedauerten vor allem den Abriss der großzügig gehaltenen Eingangsebene mit dem Empfangssaal. Der Abriss "ist ein Unglück" und "eine Schande", weil es die Baukultur nicht schafft, so etwas zu erhalten, so Will. "Es gibt keine Mechanismen, die verhindern, dass riesige Mengen an guten Material verpulvert werden." Solche Säle werden nicht mehr gebaut , so Deubzer.

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André Fischer

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