Sonntag, 18.11.2018

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Arno Hamburger gibt seine Orden zurück

Brief der Empörung an Bundespräsident Horst Köhler - 02.09.2009

Arno Hamburger © Karlheinz Daut


«Ich kann und will nicht die gleichen Auszeichnungen tragen, mit denen eine Frau Langer geehrt wurde«, heißt es in einem Schreiben Hamburgers an Bundespräsident Horst Köhler. Es trägt das Datum des 1. September, jenen Tag, an dem die Nationalsozialisten vor 70 Jahren den Weltkrieg begannen.

Stolz auf Auszeichnung

Hamburger hatte 1980 das Verdienstkreuz am Bande und neun Jahre später das Verdienstkreuz 1. Klasse bekommen. «Ich war sehr stolz auf meine Auszeichnungen«, bekennt er in dem Brief an Köhler. Vor über fünf Wochen habe er seine Bedenken gegen Frau Langer dargelegt, seither gab es keine Reaktion «von Ihnen oder Ihrem Haus«.

Langer und ihre Unterstützer, so der IKG-Vorsitzende weiter, betrieben eine «maßlose Hetze« gegen den Staat Israel, in dem viele Familienangehörige Hamburgers leben. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Enkel derzeit seinen Wehrdienst in der israelischen Armee ableistet.

«Keinerlei Verdienste«

Nach Arno Hamburgers Auffassung hat sich Langer keinerlei Verdienste um die Bundesrepublik erworben, im Gegenteil: «Sie hat mit ihrer ständigen rüden Diffamierung des Staates Israel den Rechtsextremen immer wieder neue Munition für deren Angriffe gegen die Juden - diese ewig Gestrigen setzen ja meistens Israel und die Juden auf eine Stufe - gegeben. Sie hat mit ihrer an Besessenheit grenzenden Angriffswut gegen die sogenannte ,jüdisch-zionistische Lobby‘ Unfrieden in unserem Land gestiftet.«

Seinem Brief an Köhler hat Hamburger eine Dokumentation «Zum Fall Felicia Langer« beigefügt. Darin belegt er mit Zitaten aus den vergangenen Jahren, wie diese «mit Leidenschaft versucht, Israel als diejenige Partei im Nahen Osten zu diffamieren, die alleine an dem unhaltbaren Zustand in dieser Region verantwortlich ist«.

Vergleich der zum Himmel schreit

So vergleiche Langer die Verbrechen der Nazis mit der Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern, ein Vergleich, «der zum Himmel schreit«. Sie spreche auch von einer «israelisch-jüdischen Lobby« in der Welt. Hamburger erinnert daran, dass auch «Der Stürmer«, das Nazi-Hetzblatt des Julius Streicher, die Juden als «Weltverschwörer« bezeichnete. «Kann man hier nicht mit Fug und Recht sagen: Gleiche Brüder - gleiche Kappen?«, fragt Hamburger. 

Michael Kasperowitsch

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