28°

Dienstag, 17.07.2018

|

zum Thema

Auf AEG-Aus: Fatale Signale für die Kulturhauptstadt

Künstler in Nürnberg brauchen Ateliers, doch die Mieten sind zu teuer - 12.06.2018 18:44 Uhr

Alle Künstler und Kreativen, die bislang in der großen Halle 14 Auf AEG gearbeitet haben, müssen ausziehen. Das Mietverhältnis wurde nicht verlängert. © Nils A. Petersen


Es ist ein wahrhaft unglückliches Signal: Während sich Nürnberg um den Titel als Europas Kulturhauptstadt 2025 bewirbt und allenthalben der hohe Wert des kreativen Potenzials besungen wird, das es in dieser Stadt zu hegen und pflegen gilt, fliegen die Künstler aus Auf AEG raus.

Jahrelang waren sie dort der Motor der (wirtschaftlichen) Entwicklung. Jetzt läuft der Laden — und die Kunst wird nicht mehr gebraucht. Sie muss zahlungskräftigeren Mietern Platz machen — was aus Sicht des Immobilieneigentümers sicherlich nachvollziehbar, aus Sicht der Kultur und Kreativwirtschaft aber fatal ist. Sie braucht bezahlbare Räume. Die zu finden, ist bei den explodierenden Immobilien- und Mietpreisen in Nürnberg aber nachgerade unmöglich.

Die Stadt hat das allgemeine Problem des fehlenden Raums für kreative Köpfe zwar erkannt. Sie hat es in ihrem kürzlich aufgesetzten und langfristig angelegten Kulturstrategiepapier benannt und angekündigt, ein Raumleerstand- und Zwischennutzungsmanagement zu installieren. Den Künstlern, die jetzt aus Auf AEG ausziehen müssen, nützt das nichts. Sie brauchen schnelle Lösungen. Jetzt.

  

VON BIRGIT RUF

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg