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Bahn lässt Zeitzeugnis verfallen

175 Jahre „Adler“: Aber der älteste Lokschuppen verrottet - 07.12.2010 22:47 Uhr

Der historische Lokschuppen an der Stadtgrenze: Direkt bei der gleichnamigen U-Bahn-Station, ist er vom Zug aus gut zu sehen. Er verfällt. © Mayer


Viel Prominenz bis zur Bundeskanzlerin hat die Deutsche Bahn AG gestern zur Geburtstagsparty in Nürnberg geladen: Vor 175 Jahren eröffnete die Jungfernfahrt des „Adler“ die Epoche der Eisenbahn – und markierte in Deutschland den endgültigen Aufbruch ins Industriezeitalter.

So weit, so gut, sagt Alexander Mayer, der Fürther Stadtheimatpfleger: „Aber was hat denn die DB AG damit zu tun? Was hat die Bahn zu feiern? Die Ludwigsbahn war eine private Initiative und blieb bis an ihr Ende in privater Hand. Und wie geht die Deutsche Bahn mit dem geschichtlichen Erbe der Eisenbahn um?“

An der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth steht der vermutlich älteste Lokschuppen Deutschlands, erbaut vor 1865, eventuell sogar schon im Jahre 1844, berichtet Mayer. Der Schuppen beherbergte unter anderem die Rangierloks für den Austausch von Güterwaggons zwischen der Ludwigs- und der Staatsbahn. Die DB habe dieses einmalige Zeugnis der Bahngeschichte verrotten lassen, dichte nicht einmal das Dach ab und habe es vor einigen Jahren ihrem damaligen Tochterunternehmen Aurelis zur weiteren Entsorgung übergeben.

„Die Bahn – nach wie vor im Grundbuch als Eigentümerin verzeichnet – und Aurelis verweigern bisher selbst eine Notsicherung des Gebäudes“, zürnt der Kritiker. „So geht der Konzern mit dem historischen Erbe um.“ Kein Anlass also für die DB, findet Mayer, sich feiern zu lassen.

Würstleintopf

: Guten Appetit

Der „Spießgeselle“ in markomannischer Hand? Sonderlich fränkisch kommt der Appetizer jedenfalls nicht daher, den der Chefkoch des Gasthauses im Nürnberger Rathaus dieser Tage auf die Werbetafel vor seiner Tür hat schreiben lassen: „Große fränkische Würstleintopf mit Kellerbrot.“ So ein armes Würstlein kostet 5,90 Euro. NN-Leser Hans Neidhardt moniert allerdings eher die seltsame Schreibweise, denn es bedarf einiger Gehirnwindungen, ehe man auf Würstl-Eintopf kommt.

P.S. Die Markomannen waren Sueben, und daraus wurden die Schwaben. Dort gibt’s Würstl — bei uns nicht!

  

HANS PETER REITZNER Lokales Nürnberg

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