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Brauchen wir mehr Rücksicht im Straßenverkehr?

Stadt plant Kampagne "Bitte! Gerne!", hat aber kein Geld - 09.03.2017 05:51 Uhr

Fünf Fußgänger und ein Radler starben im letzten Jahr im Verkehr in Nürnberg, 726 Radler und 302 Fußgänger wurden verletzt. Mit einer Kommunikationskampagne will die Stadt gegensteuern. © Roland Fengler


Das ist schon paradox: Die meisten sind mal als Autofahrer unterwegs, dann wieder als Radler oder Fußgänger. Sitzen wir im Wagen, ärgern wir uns häufig über Radfahrer, weil man sie nicht überholen kann oder sie bei Rot über die Ampel fahren; als Radler kosten uns die Pkw-Lenker oft viel Nerven, wenn sie 20 Zentimeter an einem vorbeirauschen oder den Radstreifen zuparken; jeder kennt Situationen als Fußgänger, wenn ein Radler hautnah vorbeirast oder auf dem Gehsteig entgegenkommt.

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Rücksichtslosigkeit gibt es auf allen Seiten. Kommen noch Leichtsinn und achtloses Verhalten hinzu, dann kracht es häufig. Das Nachsehen haben fast immer die Schwächeren, also Fußgänger und Radler. Fünf Fußgänger und ein Radler starben im letzten Jahr im Verkehr in Nürnberg, 726 Radler und 302 Fußgänger wurden verletzt.

Mit einer Kommunikationskampagne will die Stadt – mit Unterstützung der Polizei und des Innenministeriums – gegensteuern. Unter dem Motto "Bitte! Gerne!" soll für mehr Rücksichtnahme untereinander geworben und die Verkehrssicherheit für alle verbessert werden. Ohne erhobenen Zeigefinder und ohne Schuldzuweisungen. "Ein Großteil der Unfälle ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen und könnte vermieden werden, wenn die Verkehrsteilnehmer sich achtsam, situationsangepasst und partnerschaftlich im Straßenverkehr verhalten würden", steht in einer Entscheidungsvorlage für die Stadträte im Verkehrsausschuss. Sie sollen am 16. März grünes Licht geben für die Kampagne.

Die Kampagne ist auf mindestens drei Jahre angelegt. Sie soll mittels eines "Perspektivwechsels für mehr Rücksicht und Respekt gegenüber anderen" werben. Das Ziel: Alle Verkehrsteilnehmer begegnen sich "gleichberechtigt und auf Augenhöhe". Das Konzept sieht vor, die einzelnen Zielgruppen anzusprechen. Mit Infomaterial, Aktionen, Fortbildungen und über Medien und Multiplikatoren. Doch alleine kann die Stadt das Vorhaben nicht stemmen. Es fehlt an Geld für die Kampagne. "Es braucht Unterstützer, die die Kampagne ideell, finanziell und/oder praktisch mittragen", heißt es in der Vorlage. Damit hängt das Projekt erst einmal in der Luft.

 

Braucht es eine Kampagne für mehr Rücksichtnahme im Verkehr?

 

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Andreas Franke

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