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Bündnis ruft zu Demo gegen AfD-Parteitag in Nürnberg auf

AfD-Landeschef reagiert zynisch auf geplante Gegendemonstration - 05.06.2018 12:03 Uhr

Zum Landesparteitag in Nürnberg kommt auch der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland. © Stefan Hippel


Der Parteitag der bayerischen Alternative für Deutschland (AfD) hat durch den von Landeschef Martin Sichert angekündigten Auftritt von Gauland noch einmal eine besondere Brisanz bekommen. Der Bundesvorsitzende hatte durch seine Äußerungen über die zwölf Jahre des Nationalsozialismus ("Vogelschiss") für große Empörung gesorgt. Nun ist er Gastredner in der Meistersingerhalle beim zweitägigen Landesparteitag, bei dem das Wahlprogramm der Bayern-AfD verabschiedet werden soll.

Die AfD ist "rechtsradikal, und in beträchtlichen Teilen inzwischen rechtsextrem", zitiert die Allianz gegen Rechtsextremismus den Politikwissenschaftler Hajo Funke in ihrem Aufruf zu den Kundgebung am Samstag, 9. Juni, ab 10.30 Uhr am "Platz der Opfer des Faschismus". Der Veranstaltungsort liegt nur unweit der Meistersingerhalle.

Die AfD spalte die Gesellschaft, heißt es weiter. Gerade in Nürnberg könne es nicht hingenommen werden, dass sie ihre Hetze widerstandslos verbreite, um damit für einen Einzug in den Bayerischen Landtag zu werben.

Zu den Rednern bei der Gegenkundgebung gehören unter anderem der mittelfränkische DGB-Chef und Allianz-Vorsitzende Stephan Doll, der evangelisch-lutherische Dekan Christian Knopp und Christian Löbel vom Bezirksjugendring Mittelfranken.

AfD-Landeschef Sichert reagiert zynisch

AfD-Landeschef Martin Sichert, Bundestagsabgeordneter aus Nürnberg, reagiert zynisch auf die angekündigte Demonstration. "Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den linksextremen Gruppierungen, die zu Protestkundgebungen gegen unseren Parteitag aufrufen. Vertreiben werden Sie uns nicht, sie machen nur mit ihrer Aggression und ihrem unqualifizierten Gegröle Stimmung für die AfD." So würden noch mehr Menschen darauf aufmerksam, dass sich die Partei an diesem Wochenende treffe und basisdemokratisch ein gemeinsames Programm für Bayern beschließe.

Im September 2017 war die Stadt Nürnberg vor dem Verwaltungsgericht Ansbach mit einem Versuch gescheitert, einen Auftritt von Gauland in der Meistersingerhalle zu verbieten. Hintergrund der Kündigung des Mietvertrags waren abfällige Äußerungen Gaulands über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Das Gericht hatte dem Eilantrag der AfD gegen die städtische Kündigung des Mietvertrags für die Meistersingerhalle stattgegeben. 

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