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"Container Love": Festivalstadt am Nürnberger Hafen

Am kommenden Wochenende lockt die zweite Ausgabe der Techno-Sause - 22.06.2018 05:43 Uhr

Das Techno-Festival im Nürnberger Industriehafen im Jahr 2017. Am Wochenende geht es in die nächste Runde. © Günter Distler


"Für einen Erstaufschlag war das ein richtig schönes Ding", freut sich Bernhard "Burnd" Chapligin, der für das Concertbüro seit 2014 neue Events entwickelt. So auch die Tanzparty am bis dato musikalisch eher unbescholtenen Hafengelände, das zwar wirtschaftlich bedeutend ist, soziokulturell jedoch kaum als große Nummer bezeichnet werden darf.

Wer nicht am Hafen arbeitet oder sich zu den überschaubar jubeljährlich stattfindenden öffentlichen Veranstaltungen wie dem Hafenfest dorthin verirrt, kann von Glück sagen, wenn er weiß, dass Nürnberg überhaupt über einen Hafen verfügt. Seit letztem Jahr sind es dank "Container Love" ziemlich genau 6000 Menschen (mehr), die ihr Wissen entsprechend erweitern konnten. So viele Besucher nämlich kamen zu der zweitägigen Premiere des Festivals, das "nationale und internationale Aufmerksamkeit" erzielte: "Ein Festival nur aus Containern, das gab es so noch nicht"; weiß Burnd Chapligin. "Wir haben sozusagen einen Präzedenzfall geschaffen - das ist nicht mehr leicht zu erreichen."

70 Container umsäumten damals die Tanzenden. Und freilich gilt auch bei dieser Veranstaltung: Bei der Neuauflage wird es "schöner, toller, weiter, besser".

Mit 15 weiteren Containern wird das Areal vergrößert, um mehr Menschen Platz zu bieten - die durchaus kommen könnten, denn sie müssen sich in diesem Jahr zumindest bezüglich der Musikrichtung nicht zwischen zwei genregleichen Events entscheiden (letztes Jahr lockte parallel die "Sommerliebe", die erst gar nicht stattgefunden hätte und schließlich dann doch, nur in kleiner).

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Elektro-Ekstase: Die Bilder vom ersten "Container Love"-Festival

Drei Areas vereint auf einem Festivalgelände mit 70 riesigen Schiffscontainern. Von der außergewöhlichen Idee des Festivals "Container Love" ließen sich auch Tausende Feierwütige anstecken und tanzten zu feinsten Elektro-Beats am Nürnberger Hafen. Die Premiere war also geglückt, die Bilder umso atemberaubender.


Um der internationalen Aufmerksamkeit sowie der Örtlichkeit Rechnung zu tragen, heißen die Areas nicht mehr Floor 123, sondern "Häfen". Um genau zu sein: Port of Rotterdam, Port of Antwerpen und, si claro, Bayernhafen Nürnberg, der von den Homies Rakete und Haus 33 gehostet wird, die neben der von Hinz x Kunz betreuten Lounge erstens Regionalbezug und zweitens eine hübsche Ausweichmöglichkeit für sommergeplagte Nachtclubs bieten.

Nationale Schmankerl

Durch die mit "nationalen Schmankerln" bestückten Häfen kann man also wandern und allerlei entdecken. Zuvorderst: den Containerpool, Chapligins jüngsten und liebsten Einfall. Im mit Bullaugen, Unterwasserbeleuchtung und Bademeister zum Pool umfunktionierten Schiffscontainer dümpeln und dabei die Headliner degustieren - könnte schlimmer kommen. Die Ehre der musikalischen Untermalung kommt an beiden Tagen wieder über 30 DJs zuteil. Namedropping: Chris Liebing, "einer der besten und gefragtesten DJs der Welt" treibt mit 40 Lebenserfahrungs- und Auszeichnungsjahren um 16 Uhr die Tänzer in den Samstagabend, wo sie um 20.30 Uhr zum Abschluss der britische Drumcode-Act Alan Fitzpatrick heftig umarmt.

Wer genügend Drive hat, macht die Nacht dank Aftershowpartyshuttle in den Vogelweiher (Hirsch und Rakete) durch und 33-Stunden-Dauer-Party. Oder geht schlafen, um am Sonntag mit frisch gepinseltem Goldmandala und aufgefüllter Seifenblasenkanone weiterzumachen. Garantiert vorbei mit der Containerliebe ist es erst beim letzten Paukenschlag von DJ To. nach AKA AKA, die ab 17 Uhr melodisch-treibend den perfekten Ausklang bilden. Um es mit ihren Worten zu sagen: "Ich und du und Susanne und Klaus und Dieter gehen tanzen."

"Container Love 2018", 30. Juni und 1. Juli am Hafen Nürnberg (S-Bahn Eibach), Beginn jeweils um 12 Uhr.  

Katharina Wasmeier

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