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Freitag, 14.12.2018

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CSU zweifelt an Dagmar Wöhrl

Verliert sie das Direktmandat? - Ins Tierheim statt zur Quelle - 12.09.2009

«Potack’n-Essen» der CSU Großgründlach: (v. l.) Marga Kraus, die Kandidaten Dagmar Wöhrl und Michael Frieser, Stadträtin Silvia Rauch. © Johnston


rumort an der Basis: Wöhrl punkte als Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium mitten in der Wirtschaftskrise nicht mit Inhalten, sei an den Brennpunkten viel zu wenig präsent - wenn nicht sogar absent. Statt sich die Sorgen der Quelle-Beschäftigten anzuhören, binde sie sich bei «Potack’n & Politik» in Großgründlach die Kochschürze um; statt mit Betriebsräten zu diskutieren, streichle sie vor laufenden Fernsehkameras gerne Hunde und Katzen ihres Tierschutzvereins, dessen Präsidentin sie ist.

Ihre offenkundige Tierliebe brachte ihr diese Woche denn auch hämische Seitenhiebe der Süddeutschen Zeitung ein: Am 14.August, als alle Blätter berichteten, dass bis zu 1800 Quelle-Mitarbeiter ihren Job verlieren würden, zwitscherte Wöhrl in ihrem Twitter-Internet-Tagebuch: «Fahre jetzt zur Jahrespressekonferenz meines Tierheims. Katzenalarm!» Auch wenn bekannt ist, dass Wirtschaftsminister in Berlin ihre Staatssekretäre nicht gerade mit den wichtigsten Aufgaben bedenken - die «Katzenmama aus dem Ministerium» (SZ), zuständig für die maritimen Fragen, mache es sich zu einfach, wenn sie die Probleme auslächeln wolle, höhnen Kritiker im Gespräch mit unserer Zeitung. Hohe CSU-Funktionäre wetten nicht darauf, dass Dagmar Wöhrl der nächsten Bundesregierung noch angehören wird - egal, wie die Wahl ausgeht. 

Hans Peter Reitzner

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