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Delfinlagune: Auch Ermittlungen gegen Sör-Mitarbeiter

Vier Beteiligte könnten gravierende Fehler gemacht haben - 06.08.2016 06:01 Uhr

Unmengen an Salzwasser sickerten ins Erdreich, die Delfinlagune muss für mehrere Millionen Euro saniert werden. © Roland Fengler


Dass die lebhaften Meeressäuger bei ihren Sprüngen weit mehr Wasser als gedacht über den Beckenrand spritzen ließen, hat bekanntlich böse Folgen. Zum einen muss die Anlage für sechs Millionen oder mehr saniert werden, zum anderen soll gegen geltende Umweltgesetze verstoßen worden sein. Denn das Salzwasser floss lange ungehindert aus dem Becken in ein zwei Hektar großes Waldstück. Dort gingen Bäume, Sträucher und Pflanzen ein.

Laut Antje Gabriels-Gorsolke, der Sprecherin der Staatsanwaltschaft, habe es sich "herauskristallisiert", dass vier Beteiligte gravierende Fehler gemacht haben könnten beim Versuch, das Wasser zu stoppen. Weil der Servicebetrieb öffentlicher Raum (Sör) beim Bau der 31 Millionen Euro teuren Delfinlagune federführend war, steht einer seiner Mitarbeiter mit im Fokus der Ermittlungen. Aber auch gegen drei Beschäftigte des verantwortlichen Planungsbüros wird ermittelt. Darüber hatte die Nürnberger Zeitung zuerst berichtet.

Offenbar ist schon beim Bau an mehreren Stellen gemurkst worden. Nur ein kleiner Ausschnitt des Desasters, nämlich das komplizierte Rohrsystem, das Süß- und Salzwasser aus der Lagune des Tiergartens in ein Technikgebäude befördern sollte, ist Gegenstand eines zweiten juristischen Verfahrens. Es soll   Beweise für den Pfusch sichern, zum Beispiel begründen, warum es am Beton in der Nähe der Leitungen zu Ausblühungen kam.

Am Ende werde kein Urteil stehen, betont Justizsprecher Michael Hammer. Vielmehr schätze ein Gutachter die Mängel ein, höre die beteiligten Firmen dazu und liefere nebenbei die Basis für ein mögliches Gerichtsverfahren — wenn sich die Parteien doch nicht im Frieden trennen. Genau das ist das Ziel der  aufwendigen Verhandlungen.

Sie könnten schon deshalb schwierig werden, weil eines der Bauunternehmen bereits pleite ist und ein zweites gerade aufgelöst wird. Laut dem Justizsprecher könnte es "theoretisch  schwer werden", unter diesen Umständen  noch Schadensersatz zu bekommen.

Das dritte und vermutliche nicht das letzte Gutachten im Fall Delfinlagune hat bereits 42.000 Euro  verschlungen. Ausgelegt hat das Geld die Stadt. Sollte eine Firma  in einem Prozess verlieren, müsste sie es der Kommune zurückzahlen.

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Claudine Stauber

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