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Der Sieger, der noch nicht gewonnen hat

Realisierungswettbewerb für die Hauptpost wurde entschieden - 21.07.2015 21:15 Uhr

Das Büro von Max Dudler holte bei dem Wettbewerb den ersten Preis: Sollte der Entwurf verwirklicht werden, dann würde es eine neue Zufahrt zum Bahnhofsparkhaus geben. Die Fassade des Rundbaus bleibt bestehen. © Simulation: Max Dudler, Berlin


Der erste Preis im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs wurde gleichrangig an das Büro Max Dudler aus Berlin sowie Auer und Weber aus München vergeben. „Beide Entwürfe konnten jeweils mit unterschiedlicher Ausprägung in den Bereichen Funktionalität und Gestaltung überzeugen“, heißt es in einer Presseerklärung des Münchner Immobilienentwicklers Hubert Haupt, der Ende 2013 den Rundbau der ehemaligen Hauptpost mit dem Kopfbau am Bahnhofsplatz gekauft hat. Der Entwurf von Dudler sieht eine neue Zufahrt für das Bahnhofsparkhaus zwischen zwei Hochhäusern vor. Der Bahnhofsplatz könnte so an seiner Westseite neu gestaltet werden. Nach drei Bewertungsdurchgängen kürte die Jury vier Preisträger unter den 16 Arbeiten, die von Architekturbüros eingereicht wurden. Eingeladen waren insgesamt 20 Büros. Den vierten Platz belegte mit Bär, Stadelmann, Stöcker ein Nürnberger Architekturbüro. Knerer & Lang aus Dresden/München kamen auf den dritten Rang.

Mit Blick auf die Komplexität des Projekts wird der Investor nun mit einem der vier Preisträger die Planung so vertiefen, um den Bauantrag stellen zu können. Der Pressemeldung ist nur die Simulation von einem Entwurf beigefügt, dem von Max Dudler. Ob damit eine Vorentscheidung gefallen ist, welches Architekturbüro auch bauen darf, ist noch offen. Als Baubeginn für die rund 41 000 Quadratmeter Geschossfläche strebt Haupt den Sommer 2016 an. Mit einem Hotel, das 500 Zimmer haben wird, steht ein Hauptnutzer schon fest, die NZ berichtete.

Die ehemalige Hauptpost mit dem markanten Kopfbau am Hauptbahnhof wird seit über 20 Jahren kaum genutzt. In einer eintägigen Sitzung arbeitete eine Jury, bestehend aus Architektinnen und Architekten sowie Vertretern der Stadt Nürnberg und des Investors, die besten Gestaltungsvorschläge heraus. Den Juryvorsitz hatte die Professorin Gesine Weinmiller inne. Beraten wurde das Gremium von Vertretern des Stadtplanungsamtes hinsichtlich Verkehr, Stadtplanung, Baurecht und Denkmalschutz, von Abgesandten der Bürgervereine und der Stadtbildinitiative, Vertretern der Stadtratsfraktionen sowie einem Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung. Für die Beurteilung der eingereichten Entwürfe waren die städtebaulichen und freiraumplanerischen Vorschläge ein wichtiges Kriterium. Berücksichtigt wurden von der Jury aber auch die Belange des Denkmalschutzes, die architektonische Qualität sowie Konstruktion, Energiekonzept, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.  

Vom 22. Juli bis einschließlich 29. Juli findet in der ehemaligen Hauptpost die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse statt. Die Ausstellung hat unter der Woche zwischen 10 und 18 Uhr, am Wochenende zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. 

André Fischer

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