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Der Winter lässt die Stadt dampfen

Frost sorgt für ungewohnte Ansichten - Nürnberger genießen das Wetter - 12.01.2009

Ordentlich einheizen müssen die Nürnberger, um den Minusgraden zu trotzen.


Ein Wurfholz, zwölf Spielhölzer und eine möglichst glatte Fläche – viel mehr ist nicht nötig, um das aus dem hohen Norden nach Deutschland importierte Mölkky zu spielen. Während im Ursprungsland Finnland die Fans bei Minusgraden auf eine am Tisch zu spielende Innen-Variante ausweichen, wagen ein paar Nürnberger den Test am Valznerweiher. «Man friert dabei zwar ein wenig ein, aber ansonsten klappt es ganz gut», sagt Astrid Steinmann, die mit Ehemann Detlef gekommen ist.

Mit Glühwein und Wärmekissen trotzen beide den Minusgraden und versuchen zwischendurch, mit dem Wurfholz die nummerierten Spielhölzer zu treffen. Mit ihrer Gruppe «Nürnbergin Pölkky Veikot» genießen sie den Dauerfrost. «Endlich gibt es mal wieder einen richtigen Winter», sagt Detlef Steinmann.

Auch das Ehepaar Handerer hat sich warm angezogen, um sich mit zwei Kindern und drei Enkeln beim Eisstockschießen zu vergnügen. Ähnlich wie beim Boccia geht es darum, mit den Eisstöcken einen kleinen Holzstock zu treffen. Wer am nächsten dran ist, hat gewonnen. Falls das Augenmaß mal nicht ausreicht, greift Günther Handerer zum Zentimeterband. Herrlich sei es hier draußen, meint der Rentner, der als gebürtiger Ostallgäuer ohnehin mit diversen Wintersport-Varianten groß geworden ist.

Andere wagen sich den eigenen Kindern zuliebe nach mehr als 20 Jahren mal wieder aufs Eis. «Wir frieren schon ein bisschen», sagt Mutter Alisa, während sie bei Tochter Sophia (4) die Schlittschuhschnallen schließt. «Aber für die Kinder ist es schön.» Zwar ist das Eis des Unterbürger Weihers vom Schnee bedeckt, doch haben Eishockeyspieler mehrere Flächen freigeschippt. Genug Platz für das neue Spielzeug von Philipp und Alexander: Die beiden Neunjährigen jagen ihre 29 PS starken ferngesteuerten «Overdrives» über das Eis, die auf vier Rädern sogar Pirouetten drehen.

Perfekt sei das Wetter, findet Gabi Hautmann, die als Kind hier ihre Runden gedreht hat. Jetzt toben ihre Töchter Nele und Annika übers Eis – und ihre Mutter freut sich über das Wintermärchen. «Wie im Urlaub» sei es hier, meint die Nürnbergerin. «Das muss man einfach ausnutzen.» 

Silke Roennefahrt (Text), Eduard Weigert und Karlheinz Daut (Fotos)

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