10°

Donnerstag, 21.03.2019

|

"Die Rechte"-Demo: Redner zeigt VAG-Dienstausweis

Fridrich Luft muss nun arbeitsrechtliche Konsequenzen befürchten - 30.08.2016 10:14 Uhr

Das Gesicht und der Name sind gut zu erkennen: Fridrich Luft, Stadtrat der rechtsextremen BIA, demonstriert mit seinem VAG-Dienstausweis. © Rüdiger Löster


Die "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA) ist bekanntlich eine Tarnorganisation der NPD. Für sie sitzt Luft seit 2014 im Nürnberger Stadtrat. Immer wieder tauchte er bei Neonazi-Veranstaltungen im öffentlichen Raum auf. Doch bislang schien Luft, der bei der VAG als Straßenbahnfahrer tätig ist, Berufliches und Politisches zu trennen. Das hat sich nun offenkundig geändert.

Zur Demo von "Die Rechte" am Samstag erschien der 54-Jährige mit seinem VAG-Dienstausweis am Gürtel. Das beweisen Fotos, die der NZ-Lokalredaktion am Montag zugeleitet wurden. Darauf ist der Ausweis Lufts zu sehen und sein Gesicht sowie sein Name eindeutig zu erkennen. Weitere Aufnahmen zeigen den 54-Jährigen am Mikrofon sowie mit dem langjährigen NPD-Funktionär Rainer Biller.

"Wir distanzieren uns davon", teilte VAG-Sprecherin Melanie Söllch am Montag auf Anfrage mit. Es sei "sehr bedauerlich", dass die Verkehrsbetriebe aufgrund dieses Vorgangs erneut in die Schlagzeilen gerieten, so Söllch: "Wir werden prüfen, ob und gegebenenfalls welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen das haben kann."

Bereits im März 2014 geriet Luft in seiner Eigenschaft als VAG-Angestellter in die Medienberichterstattung. Der Grund: Er habe einige Zeit vorher einen Fahrgast der Straßenbahnlinie 5 an der Endhaltestelle Worzeldorfer Straße mit NPD-Thesen konfrontiert. Das behauptete damals Georg Neubauer, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in einer eidesstattlichen Versicherung, die er auch der Nürnberger Zeitung vorlegte. Luft habe ihm bestätigt, NPD-Mitglied zu sein, so Neugebauer damals, und gesagt, die NPD wolle "eine Änderung zum Wohle des deutschen Volkes, nicht die jetzige EU und dieses 'Multikulti-Zeug'".

Bei der VAG fand dazu "ein klärendes Gespräch" zwischen Luft, dessen Gruppenleiter und der VAG-Personalabteilung statt, so Unternehmenssprecherin Söllch damals. Man habe Luft "explizit darauf hingewiesen, dass er sein politisches Engagement strikt von seiner Tätigkeit bei der VAG trennen" müsse. 

Tilmann Grewe

30

30 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg