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Für neue Uni: SPD will Nürnbergs Umladehallen wachküssen

Ehemaliges Bahn-Gelände steht auf 37.000 Quadratmetern leer - 24.04.2018 05:47 Uhr

Ansehnlich sind sie, die Umladehallen - und unter Fotografen seit Jahren ein Geheimtipp. © Martin Kopp


"Bei diesem spannenden Zukunftsprojekt können die Umladehallen sicherlich in großartige Entwürfe der Architekten integriert werden und somit dem neuen Stadtteil ein ganz neues Gesicht und eine mit der Historie der Stadt verbundene Identität geben", stellte gestern Schmitt-Bussinger fest. Die Landtagsabgeordnete verweist in diesem Zusammenhang auf historische Industriebauten in Paris und Madrid, die einer neuen Nutzung zugeführt wurden.

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Industriekultur: So sieht es im Inneren der Umladehallen aus

Das Museum Industriekultur widmet dem einst größten Warenumschlagsort Europas die Sonderausstellung "Vergessen im Süden". Die Schau soll auch eine Debatte anstoßen, wie man sie künftig nutzen könnte. Im Moment sind es vor allem Künstler und die Natur, die dem Gebäude Leben einhauchen. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr) zu sehen.


Die vier alten Umladehallen zwischen Münchner Straße und Rangierbahnhof stammen aus den zwanziger Jahren und haben eine Fläche von insgesamt 37.000 Quadratmetern. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie teilweise zerstört und dienten dann der Bahn als Umschlagplatz. Seit 1998 werden sie kaum mehr genutzt. Immobilienentwickler Aurelis, dem das gesamte Areal gehört, hatte mehrere Architekturbüros aufgefordert, Vorschläge für eine künftige Nutzung zu machen. Die Vorschläge für die nicht unter Denkmalschutz stehenden Hallen, konnten aber nicht überzeugen, deshalb sollen sie abgerissen werden.

"Nicht weiter Industriebauten abreißen" 

Neben Schmitt-Bussinger wollen auch Stadtplanerin Brigitte Sesselmann vom Verein Baulust, Elmar Hönekopp von der Stadtbildinitiative und Stadtheimatpflegerin Claudia Maué die Hallen erhalten, weil sie der Überzeugung sind, dass in Nürnberg schon zu viele Industriebauten abgerissen wurden, die einer neuen Nutzung hätten zugeführt werden können.

"Man darf nicht einfach weiter wichtige Industriebauten in Nürnberg abreißen, wie man es in der Vergangenheit auf dem Milchhof-Areal gemacht hat", sagte Maué bei einem Rundgang auf dem Gelände.

Laut Sesselmann hat Aurelis in München gezeigt, wie es geht. Dort wurde ein ehemaliges Bahnausbesserungswerk, das eine ähnliche Dimension hat wie die Hallen in Nürnberg, saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. "Das ist auch unser Wunsch für Nürnberg", sagt Sesselmann. Hönekopp stellte klar, dass die Abriss-Gegner nicht gegen die Universität sind: "Die Hallen könnten das Highlight in einem einzigartigen, modernen Campusgelände sein." 

André Fischer

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