Mittwoch, 16.01.2019

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Gegen "Sauna-Züge": VAG startet Klimaanlagen-Offensive

98 von 181 Linienbussen sind aktuell mit Kühlsystem ausgestattet - 16.08.2018 06:00 Uhr

Ein Hitzeschutz - wie in diesem Bild - soll bislang bei Zügen ohne Klimaanlagen eine Überhitzung der Abteile verhindern. © NN


Die Verkehrs-AG besitzt 181 Linienbusse. 98 davon sind nicht vollklimatisiert. Lediglich für den Fahrer, der stundenlang am Steuer sitzt, sondert ein eingebautes Gerät kühle Luft ab. Bis auf den Fahrerstand gleicht der Bus während der Hitzeperioden einem Brutkasten. Doch die VAG arbeitet am Komfort. 83 der Linienbusse gehören schon zur neuen, vollklimatisierten Generation. Wer Glück hat und in ein solches ÖPNV-Fahrzeug steigt, spürt den Unterschied. "Wir haben 2012 begonnen, alle neuen Busse mit Vollklimatisierung zu bestellen", sagt VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger. Im nächsten Sommer seien es dann nicht mehr 83, sondern 101 Fahrzeuge mit Vollklima. Bis 2022 soll der komplette Fuhrpark damit ausgerüstet sein.

Unter Dampf stehen auch die Waggons der Straßenbahnen, wenn sie durch die aufgeheizte Stadt zuckeln. Ähnlich wie bei den Bussen, gehen Türen am Zug etwa alle 700 Meter auf. Mit jedem Fahrgast, der herein oder raus will, drückt dann auch ein Schwall warmer Luft von außen herein. Die Klimaanlagen geben dann Höchstleistung - wenn die Züge welche haben. 48 Straßenbahnen hat die VAG in Betrieb, davon sind lediglich acht vollklimatisiert. Es sind die jüngsten vom Typ GTV6, die sogenannten Variobahnen, die es seit 2006 in Nürnberg gibt.
Die VAG will ihre Fahrgäste in den anderen Zügen nicht schwitzen lassen und testet gerade in zwei älteren, aber runderneuerten Modellen Wärmeschutzfolien, die an den Fenstern kleben. "37 Prozent weniger Sonnen ener gie kommt herein", sagt Thomas Luber, VAG-Leiter der Schienenwerkstätten. Demnächst will die VAG den durch die Folien er zeugten Temperaturunterschied messen.

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Die 40 älteren Straßenbahnen aus den Jahren 1995 bis 2001 werden alle bis 2022 modernisiert. Kostenpunkt: 24 Millionen Euro. "Wir haben bei diesen Straßenbahnen die Lebensdauermitte er reicht. Erneuert werden sie noch weitere 20 Jahre fahren", sagt Luber. Warum mit der Sanierung der Fahrzeuge aber keine Klimaanlagen eingebaut werden, begründet er so: "Die Züge sind dafür nicht zugelassen. Die Klimaanlagen sind schwer, das Gesamtgewicht würde man mit dem Einbau überschreiten." Doch was für die Busse gilt, gilt auch für die Straßenbahnen: Jedes Fahrzeug, das die VAG neu anschafft, wird vollklimatisiert sein.

Auch U-Bahn im Fokus

Das gilt auch für neue U-Bahnen. Derzeit rollen alle Modelle noch ohne Kühlung im Fahrgastraum durch die Röhren, in denen auch bei extremer Hitze in der Stadt die Temperaturen noch angenehm frisch sind. Das ändert sich aber immer schlagartig, wenn auf der Linie U 1 der Zug aus dem Untergrund auftaucht und der Sonne Angriffsfläche bietet. "Zehn Prozent der U 1-Strecke verlaufen oberirdisch", so Elisabeth Seitzinger. Mit der nächsten Generation von U-Bahn-Zügen, dem Typ G1, kommt auch in diesem Verkehrsmittel die Klimaanlage serienmäßig. Seitzinger: "Die Erste von 21 der neuen U-Bahnen wird ab Sommer 2019 fahren." 

Alexander Brock

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