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Grundig ade: Der FCN spielt im "Stadion Nürnberg"

Noch kein neuer Sponsor gefunden - Aber: Bürgermeister ist zuversichtlich - 01.07.2016 06:00 Uhr

Ab Freitag heißt das Frankenstadion wieder offiziell Stadion Nürnberg. © Michael Matejka


Der Kran steht schon in den Startlöchern. Nächste Woche sollen die großen Leuchtbuchstaben auf dem Nürnberger Stadion verschwinden. Grundig ade. Ab Freitag heißt das Frankenstadion wieder, nun ja, Stadion Nürnberg. Offiziell.

Bislang ist noch kein neuer Sponsor gefunden. Aber: Nürnbergs Zweiter Bürgermeister und Stadion-Chef Christian Vogel zeigt sich optimistisch, bald einen Nachfolger zu präsentieren: "Ich glaube, dass wir noch jemanden finden werden — und das ist nicht nur so gesagt."

Heißt: Um Durchhalteparolen, wie man sie in so einer Situation oft hört, soll es sich nicht handeln. Vielmehr scheinen die Gespräche mit wenigstens einem möglichen Partner konkreter zu werden.

Derweil aber muss sich die Stadion GmbH mit den ausbleibenden Sponsorengeldern — immerhin soll das Namensrecht einen hohen sechsstelligen Betrag bringen — befassen. Wie? Man werde den „Ausfall der wichtigen Einnahmen“ auf das nächste Geschäftsjahr übertragen, erklärt Vogel — wo es dann, so die Hoffnung der Stadt, einen Sponsor geben wird. Verlustvortrag nennt sich das.

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


Für eine andere Gruppe ist das Ende der Grundig-Ära kein Verlust: Die Anhänger der Initiative "Max-Morlock-Stadion jetzt" sehen das Stadion ohne Sponsor als Chance, "aber es ändert auch nichts daran, dass für uns und viele Menschen es jetzt schon Max-Morlock-Stadion heißt", sagt Sebastian Bach. Dass der von den Fans eh kritisch beäugte Söder-Lotto-Plan, an dessen Ende ein mickriges Angebot von 150.000 Euro stand, misslang, trifft sie nicht.

Bach und seine Mitstreiter wollen sich jetzt zeigen, verstärkt Infostände in der Stadt aufbauen. Und: "Wir werden diesen Sommer wieder Fanclubs des 1. FC Nürnberg besuchen und sie informieren“, sagt Bach. Wenn bis dahin nicht schon wieder der Kran angerückt ist — mit neuen großen Buchstaben. 

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