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Guter Start: Junge Flüchtlinge laufen beim 1. Basecamp-Lauf

Beachtliche Leistungen beim Nachfolger des Dönüs-Laufs - 16.10.2016 22:26 Uhr

Beim 1. Basecamp-Lauf liefen junge Flüchtlinge und viele Läufer aus der Region gemeinsam. © Peter Ehler


Im Basecamp sind inzwischen 18 unbegleitete Flüchtlinge untergebracht, die auch mit dem Laufsport integriert werden sollen. Zuvor wohnten über zwei Jahrzehnte in der Therapie-Einrichtung Drogenabhängige türkisch-orientalischer Herkunft. Im Rahmen seiner Arbeit mit Drogenabhängigen hatte Roland Blumensaat in den Anfangsjahren hier die Lauftherapie geleitet und das Runden-Laufen eingeführt. Gemeinsam mit Mitarbeitern, Bewohnern und Läufern stand 31. Mal viel beachtet beim Dönüs-Lauf das lockere Joggen und Laufen im Vordergrund, ehe die Einrichtung aus Kostengründen schließen musste.

Beachtliche Leistungen

Bertram Wehner, Geschäftsführer der mudra-Drogenhilfe Nürnberg, hatte Blumensaat daher nach dem Ende von Dönüs gebeten, diesen Lauf weiterhin zu organisieren, nur eben unter neuem Namen. Trotz der familiären Atmosphäre wurden beachtliche Leistungen absolviert. Zum Abschluss gab es als Stärkung ein orientalisches Grill-Buffet, das die Jugendlichen und die Heimküche der mudra vorbereitet hatte.

Roland Blumensaat freute sich, dass er zur Neuauflage beim Basecamp-Stundenlauf viele bekannte Gesichter und alte Lauffreunde sah.  "So hatte auch Metin Sert die Laufschuhe geschnürt, worüber ich mich besonders freute. Er ist seit Beginn von Dönüs Mitarbeiter und ließ sich im Lauf der Jahre mit dem Laufvirus infizieren. Metin Sert gehört in Birnthon also fast zum Inventar, auch den Wechsel von "Dönüs" zu "Basecamp" überstand er treu." So war klar, dass er auch diesmal schon bei der Vorbereitung des Laufs dabei war. Leiter des Basecamps ist Norbert Wittmann, ebenfalls langjähriger Mitarbeiter der mudra. Wittmann ist allerdings erst seit dem Basecamp in Birnthon im Einsatz. Er half beim Runden zählen und machte die Urkunden fertig. Abschließend dankte Blumensaat allen Helfern und Teilnehmern. "Der 1. Basecamp-Stundenlauf war für mich ein neues Abenteuer. Denn die Einrichtung mit unbegleiteten Flüchtlingskindern und Jugendlichen folgt anderen Regeln, als früher die Dönüs-Drogentherapie-Einrichtung. Es ist wohl mehr Motivationsarbeit nötig, um die jungen Bewohner für den Lauf zu interessieren. Mal sehen, wie es nächstes Jahr wird."

Dönüs-Zentrum musste schließen

Nach 20 Jahren stationärer therapeutische Arbeit mit Drogenabhängigen hatte das Dönüs-Zentrum 2015 aus Kostengründen schließen müssen. Ursprünglich war das Therapiezentrum als Spezialangebot für Abhängige mit türkisch-orientalischer Herkunft konzipiert worden. Zuletzt hatte man sich der gesellschaftlichen Realität angepasst, und auch Abhängige aller Nationalitäten aufgenommen.

Während der Behandlung von Menschen aus vielfältigen Kulturen hatte man hier gute Erfahrungen gemacht. Egal ob Türken, Italiener, Iraner, Griechen, Deutsche, Somalier und Angehörige aus dem ehemaligen Russland, um nur einige Nationalitäten beispielhaft zu nennen, alle waren mit großem Eifer dabei und hatten sich gut integriert und untereinander geholfen und unterstützt. 

Peter Ehler

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