High-Tech bei Bosch: Roboter und Menschen auf Augenhöhe

5.7.2015, 06:00 Uhr
High-Tech bei Bosch: Roboter und Menschen auf Augenhöhe

© Stefan Hippel

Aug' in Sensor könnte man das nennen, was bei Bosch in Nürnberg derzeit passiert. Dort arbeiten jetzt Roboter Hand in Hand mit Menschen, ohne Sperrgitter, ohne Abgrenzung. Der Industriezulieferer sieht darin die nächste Evolutionsstufe der industriellen Fertigung.

Dabei macht der Roboter, der von den Mitarbeitern liebevoll "Schorsch" genannt wird, optisch nicht viel her: Er sieht aus wie eine Mülltonne, aus der ein Greifarm ragt. Unter der Kunstlederhaut von Schorsch’ Arm aber sitzen jede Menge Sensoren, dazu ein Kameraauge. Ständig erfasst er sein Umfeld und stoppt bei Gefahr sofort. Deshalb ist Schorsch frei. Im Zwölf-Sekunden-Takt hilft er mit, Drosselklappen für die Autobauer zu fertigen.

Er braucht wenig Platz, lernt schnell

Michael Käferlein, Gruppenleiter Fertigungsvorbereitung im Nürnberger Bosch-Werk, spricht von „kollaborativen Robotersystemen“. Schorsch’ Artgenossen sind groß und stark, aber auch unflexibel und aufwendig zu pflegen. Er dagegen braucht wenig Platz, lernt schnell und ist praktisch überall dort einsetzbar, wo auch Menschen am Band stehen.

Offiziell heißt der Roboter natürlich nicht Schorsch, sondern branchenüblich trocken nur „Apas“ - das Kürzel steht für  Automatischer Produktionsassistent. Er ist eine Eigenentwicklung von Bosch, die der Konzern nicht nur in den eigenen Fabriken verstärkt einsetzen, sondern auch an externe Kunden verkaufen will. Aktuell stehen in Nürnberg drei Apas an den Bändern.

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