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Freitag, 20.04.2018

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Kein "braunes Bier" beim fränkischen Bierfest

Veranstalter distanziert sich klar von der neuen Polsterbräu - 02.02.2018 05:52 Uhr

Für Thomas Landherr geht es beim alljährlichen Bierfest um das Miteinander, nicht Gegeneinander- Aus diesem Grund erteilte er dem NPD-Funktionär Janus Nowak jetzt eine Absage. © Roland Fengler


"Das passt für mich nicht zusammen. Bei Bier geht es um Miteinander statt Gegeneinander", sagt der Gastronom, der auch die Nürnberger Alm und das Zeltner Bierhaus betreibt und beim Altstadtfest federführend ist. Die Folge: Nowaks Anfrage wird nicht berücksichtigt. "Ich will braunes Gedankengut nicht mal am Ausschank. Rechte Gesinnung hat auf meinem Fest nichts verloren", stellt Landherr klar.

Janus Nowak, NPD-Chef in Baden-Württemberg, war als potenzieller Käufer der Brauerei und Gaststätte Polster in Nankendorf (Kreis Bayreuth) in die Schlagzeilen geraten. Derzeit prüft die Gemeinde Waischenfeld den Erwerb der Immobilie, für den NPD-Mann blieben die Braurechte. Außerdem betreibt Nowak eine Internetplattform mit dem Ziel, fränkische Brauereien allgemein durch Crowdfunding zu finanzieren und zu übernehmen. Diese verlinkte eine Zeit lang auf eine Crowdfunding-Kampagne beim Anbieter Startnext mit dem Ziel, Investoren für die Polsterbräu zu werben.

Kampagnenstopp im Internet

Wie das Unternehmen der NZ bestätigte, wurde die Startnext-Kampagne auf Bitten ihres Initiators mittlerweile gestoppt und kann nicht mehr abgerufen werden. Im Gespräch mit Markus Raupach, Bierexperte aus Bamberg, der sich ebenfalls in der NZ zum Fall Polsterbräu positioniert hatte, wurde Landherr auf den Namen Nowak wieder aufmerksam - und handelte prompt.

Das 21. Bierfest findet vom 30. Mai bis 3. Juni im Burggraben statt - mit insgesamt 40 Brauereien. "An der genauen Zusammensetzung wird noch gearbeitet." Die alljährliche Gastbrauerei stammt heuer aus Schottland. "Außerdem wollen wir wieder Mini- und Micro-Brauern ein Forum bieten", verrät Landherr. Im Blick hat er derzeit eine Kleinstbrauerei aus Unterfranken. "Da braut eine Unterfränkin mit einem Jamaikaner zusammen Craftbeer", sagt Landherr. "So was passt voll ins Konzept." 

Sebastian Linstädt

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