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Kein Geld: Nürnbergs alte Radwege bleiben vorerst grau

Stadt wollte eigentlich auch auf bestehende Radstreifen rote Farbe auftragen - 08.03.2017 05:59 Uhr

Rote Signalfarbe soll eigentlich in Nürnberg auf alle Radwege aufgetragen werden — heuer wird das aber nur bei neuen Radstreifen passieren.

Rote Signalfarbe soll eigentlich in Nürnberg auf alle Radwege aufgetragen werden — heuer wird das aber nur bei neuen Radstreifen passieren. © Eric Waha


Gegen die Stimmen der CSU hatte der Verkehrsausschuss im Oktober beschlossen, dass schrittweise alle Radwege in Nürnberg mit der Signalfarbe Rot eingefärbt werden sollen. Auf 2,6 Millionen Euro wurde der Kraftakt veranschlagt, der 2017 beginnen sollte. Prädestiniert wäre dafür der nach langer Baustellenphase wieder hergestellte Radstreifen am nördlichen Plärrer gewesen, auf den nur noch weiße Markierungsreste hinweisen. Was vor Ort oft für brenzlige Situationen und Wortwechsel sorgt, da Passanten meinen, dass dies ein reiner Fußweg ist.

ADFC-Vorsitzender Jens Ott hat deshalb schon beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) angefragt. Sör-Werkleiter Marco Daume bestätigt, dass es sich hier um einen Bestandsradweg handelt. Doch Sör werde nur die fehlende Weiß-Markierungen ergänzen.

"Eine Roteinfärbung erfolgt nicht", sagt Daume, weil im Haushalt das Geld fehle. "Derzeit haben wir nur die Grundlage, Roteinfärbung für neu angelegte Radwege umzusetzen", betont er. 2017 werde dies in der Minervastraße der Fall sein.

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Das bedeutet: Der Stadtrat hat bei den Etatberatungen keinen Euro für nachträgliches Radwegrot beschlossen. Damit liegt der Beschluss des Verkehrsausschusses auf Eis. Jens Ott hat das Thema beim "Runden Tisch Radverkehr" im Dezember aufgegriffen. "Wir haben gegenüber den (Mehrheits-)Fraktionen unser Unverständnis und unsere Enttäuschung zum Ausdruck gebracht", berichtet Ott. Sein Vorwurf: "Radverkehrsförderung in Nürnberg war, ist und bleibt wohl halbherzig!" Er wirft der SPD vor, zwar einen Antrag  gestellt zu haben, aber sich mit "dem Beschluss zufriedenzugeben und die Realisierung erst mal auf die lange Bank zu schieben".

Die Grünen kritisieren

Dem widerspricht SPD-Fraktionsvize Thorsten Brehm mit Verweis auf die noch fehlende Prioritätenliste der Verwaltung. Seine Fraktion werde aber auf die Umsetzung drängen und Brehm geht davon aus, dass im Herbst 2017 das nötige Geld in den Etat der Stadt einfließt.

Achim Mletzko (Grüne) spricht derweil von "vollmundigen Erklärungen vonseiten der SPD", die aus Rücksicht auf den Kooperationspartner CSU nicht umgesetzt wurden. Auch Thomas Schrollinger (ÖDP) sieht das so: "Zunächst wird groß angekündigt, was sinnvoll wäre. Wenn es dann aber um die konkrete Bereitstellung der Mittel geht, setzt man andere Prioritäten." 

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