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Kontroverse Diskussionen um wbg-Projekte in Nürnberg

Neubauten und Modernisierungen sollen Wohnungsnot entgegenwirken - 07.06.2014 05:58 Uhr

Die wbg sagt: "Wir können nicht die Wünsche jedes Einzelnen berücksichtigen“ (Im Bild: Die Nordstadt in Zirndorf) © Mario Kress


Die Pläne für das neue Wohnquartier zwischen Schillingstraße und Pillenreuther Straße sind preisgekrönt - und lösen dennoch negative Reaktionen aus. Gut 60 Wohnungen aus den zwanziger Jahren, die sich nach Ansicht der wbg nicht mehr sanieren lassen, sollen einem mehrstöckigen Neubau weichen. Doch gegen das Projekt regt sich wegen der massiven Bauweise Protest. Ähnlich am Hasenbuck, wo die wbg an der Nerzstraße einen Neubau plant, der mehr Wohnraum schafft: Hier sollen 31 Einheiten entstehen, bisher waren es elf. Anwohner kritisieren auch hier die Nachverdichtung.

Zwei Beispiele, denen nach Ansicht der wbg-Geschäftsführung, die jetzt ihren Geschäftsbericht für 2013 vorlegte, wahrscheinlich weitere folgen werden: In der dicht besiedelten, stetig wachsenden Stadt wird es immer schwieriger, noch Platz für Bauprojekte zu finden. „Die Nachfrage wird weiter steigen“, betont der kaufmännische Geschäftsführer Frank Thyroff. Der Trend zur Re-Urbanisierung setze sich fort, um die Nachverdichtung werde weiter gerungen werden. Thyroff: „Das Thema Wohnen wird emotionaler und tiefgreifender diskutiert werden müssen.“ Die wbg wolle sich dabei der Auseinandersetzung stellen und nach Lösungen suchen. Man könne dabei aber nicht immer die Wünsche jedes Einzelnen berücksichtigen, so der technische Geschäftsführer Ralf Schekira.

Nicht nur Neubauten

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, setzt das Unternehmen längst nicht nur auf Neubauten. Es gehe vor allem darum, den Bestand zu erhalten, sagt Thyroff. Zwei Drittel der 18 000 wbg-Wohnungen sind vor 1960 gebaut worden, dementsprechend hoch ist teilweise der Sanierungsbedarf.

Damit in der Folge nicht die Mieten drastisch steigen, hat die wbg ein Mehrphasenmodell entwickelt, das zunächst in der Parkwohnanlage Sündersbühl umgesetzt wird. Dabei gibt es eine Basismodernisierung, die anschließend mit 30 Cent pro Quadratmeter zu Buche schlägt, so Schekira.

Ein aufwendiger Umbau mit veränderten Grundrissen und dem Einbau eines Aufzuges dagegen lässt die Umlage um 1,50 Euro pro Quadratmeter steigen. Es gehe darum, dieses Spannungsfeld auszuloten, sagt Schekira. Mit einer durchschnittlichen Miete von 5,56 Euro pro Quadratmeter in den eigenen Objekten liegt die wbg unter dem Mittelwert des Nürnberger Mietenspiegels von 6,42 Euro. Knapp 30 Millionen Euro flossen 2013 in die Modernisierung.

Erster "sigena-Stützpunkt" öffnet

Wohnen noch stärker im Quartier zu denken, auch das ist nach Ansicht des Unternehmens eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. So werden Kindertagesstätten gleich mit geplant - allein sieben eröffnete die wbg im vergangenen Jahr - oder Treffs für Senioren eingerichtet.

In diesem Jahr öffnet der erste "sigena-Stützpunkt" als Anlaufstelle für die Älteren am Nordostbahnhof, sechs weitere sollen folgen. Gefragt ist außerdem barrierefreier Wohnraum, weil auch die Mieter der wbg immer älter werden. Bei den technischen Lösungen - etwa Systeme, die automatisch zwar den Herd aber nicht den Kühlschrank abschalten - gebe es aber noch Nachholbedarf, so Schekira. 

S. ROENNEFAHRT

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