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KulTour: Comic mal anders - „Ach, so ist das?!“ in Erlangen

Martina Schradi liefert Reportagen über Homosexualität und Geschlechterrollen - 19.06.2014 14:15 Uhr

Liest in Erlangen: die Nürnbergerin Marti­na Schradi. © Marion Stephan


Das Kürzel „LGBTI“ steht für „Lesben, Schwule, Bisexu­elle, Transgender und Interse­xuelle“ – und für Menschen, die mit ihrer sexuellen Orien­tierung oft unsichtbar sind oder sich so fühlen. „Diese Leute wollen aber auch gese­hen werden mit ihrer Ge­schichte und ihrer Identität“, sagt Schradi. So kam sie vor einigen Jahren am Kaffee­tisch auf die Idee, Erlebnisse und Erfahrungen zu sammeln und zu erzählen – und führte zahlreiche anonyme Inter­views, die sie dann in Form von biografischen Comicre­portagen aufarbeitete.

Die fertigen Arbeiten wur­den vergangenen Herbst erst­mals bei einer Ausstellung im Stadtteilzentrum Desi vorge­stellt. Und die kam so gut an, dass sie seither durch ganz Deutschland tourt. „Ich glau­be, wir haben da einen Nerv getroffen“, freut sich die 42-Jährige über die Resonanz und den anhaltenden Erfolg der Schau. „Die Comicge­schichten scheinen die Leute anzusprechen und sie zu ani­mieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dafür verbringt man dann schon ger­ne mal ein paar Stunden am Schreibtisch ...“

„Ach, so ist das?!“-Ausstel­lung

Seit der Geschichte in der Desi haben sich für das Pro­jekt ein paar schöne neue Tü­ren aufgetan. So wird die „Ach, so ist das?!“-Ausstel­lung demnächst mit etwas Glück in die Ukraine reisen und in Kiew zu sehen sein – er­gänzt um weitere Geschichten von dort. „Außerdem haben wir eine Förderung vom Fami­lienministerium bekommen, um einen Methodenkoffer für Schulen zum Thema LGBTI zu entwickeln. Der ist eben­falls gerade in Arbeit.“

Weitere Übersetzungsanfra­gen aus England, Spanien und der Türkei liegen vor, doch darüber will Schradi, die von einem emsigen Team unterstützt wird („Ich bin nur die Frontfrau!“), erst einmal in Ruhe nachdenken – bezüg­lich Zeit und Logistik, aber auch, was ihre eigene Energie angeht. Schließlich schlum­mern da noch andere Ideen in ihrem Kopf und in der Schub­lade. „Das Endprodukt sieht immer so leicht aus, aber wie viel Arbeit da wirklich drin steckt – ein Wahnsinn. Aber das geht ja allen Comickünst­lern so.“

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Auszug aus "Ach, so ist das?!" - Die Geschichte von Fabio

Die Nürnberger Zeichnerin Martina Schradi hat verschiedene Geschichten und Anekdoten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten, Transgender und Intersexuellen zusammengetragen. Die biographischen Comics veröffentlicht sie am Samstag in der Desi in Nürnberg mit einer Lesung. Hier gibt es einen ersten Auszug: Die Geschichte vom 23-jährigen Fabio.


Pünktlich zum „Comic- Sa­lon“ ist „Ach, so ist das?!“ jetzt auch als richtiger Comic­band erschienen – beim Stutt­garter Zwerchfell-Verlag. Da­zu wird es in Erlangen eine Lesung geben: Am Freitag, 20. Juni, stellt Martina Schra­di ihr Buch um 20 Uhr in der Villa an der Schwabach, Hin­denburgstraße 46a, vor - mit einer multimedialen Comicle­sung!

Auf dem „Comic­ Salon“ will Schradi sich auf jeden Fall den ,Comicgarten’ von Émile Bravo anse­hen – „ein französi­scher Zeichner, der Kinder und Erwach­sene gleichermaßen begeistern kann.“ Außerdem hat sie sich die Ausstellung „Sommer, Herbst und weiter“ notiert, bei dem auch Barba­ra Yelin mitwirkt – eine ihrer Heldinnen. „Es ist bewunderns­wert, was sie alles aus einem Bleistift rausholen kann.“

Musik: „Wenn ich könnte, würde ich mich sofort zu einem der Konzerte von Nina Fiva Sonnen­berg alias Fiva bea­men lassen, die ge­rade durch Deutschland tourt. Ihre coolen Raps und tiefsinnigen Texte haben mir schon viele Stunden am Zei­chentisch versüßt.

Freue mich auf ihre neue CD ,Alles leuchtet’, die am 20. Ju­ni auf Kopfhörer Recordings erscheint.“ Apropos versüßen: Schradis aktuelle Lieblings-Eisdiele ist das „Eis im Glück“ am Fried­rich- Ebert-Platz. „Da ist es einfach nur nett, und die Scho­kolade dort ist einfach hmmmm!“

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Erlangen rüstet sich für den 16. Internationalen Comic-Salon

Während so mancher Gast noch seinen Terminplan für Signierstunden und Ausstellungen zusammenstellt, haben in Erlangen selbst längst die Aufbauarbeiten für den 16. Internationalen Comic-Salon begonnen.


 

Stefan Gnad

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