Dienstag, 11.12.2018

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La Boum: Fränkische Straßenmusiker auf Europa-Tour

Im K4-Festsaal steigt am Freitag die 15-Jahre-Feier - 24.09.2009

«Alles akustisch» lautet das oberste Gebot von «La Boum», schließlich findet man auf der Straße nur schwer eine Steckdose. An diese Maxime müssen sich bei der 15-Jahr-Feier auch die Gastbands halten. © oh


Ihre 15-jährige Geschichte haben La Boum passend zum Jubiläum auf der Internetseite www.laboum.eu zusammengefasst. Da trifft man zum Beispiel auf ihre erste CD von 1996, auf der sich neben einigen Bandkompositionen auch die HipHop-Songs des damaligen Sängers Gregor finden. Ein Jahr später dann das Bild, dem die Band wohl das Boygroup-Image zu verdanken hat. Das begleitete sie im Folgenden mal mehr, mal weniger und sorgte für manch einen Fan und auch Veranstalter durchaus für Irritationen. Beweise: Jahrelang bewerben sich La Boum (auch wegen eben dieses Images) erfolglos beim Nürnberger Endzeitfestival. Die Veranstalter wollen sie einfach nicht buchen.

Aber sie wollen unbedingt auf dieses Festival. Also bewerben sie sich 2001 unter den Pseudonymen Los Bizarros, angeblich eine Bande spanischer Einwanderer mit angemalten Schnurrbärten, und Brain B, angeblich ein avantgardistisch angehauchtes HipHop-Projekt, aus «purer Verzweiflung» gleich doppelt – und werden doppelt gebucht. Ein Spaß, die Geschichte dann am Ende des Abends aufzulösen. Auch für die Veranstalter, die es mit Humor nehmen.

Ihren alljährlichen «Bandurlaub» verbringt das seit kurzem um Oakie (Ex-Waikiki Beach Bombers) am Waschbrett erweiterte Sextett traditionell samt Instrumenten auf Reisen.

Von Österreich über Barcelona bis nach Ungarn ging das schon, besonders gerne erinnert sich Gitarrist Chris La Boum an den gemeinsamen Ungarnaufenthalt: «Wir waren zwei Wochen da und traten jeden Tag irgendwo auf der Straße auf. Irgendwann fassten wir uns ein Herz und fuhren mit der Straßenbahn zum Festivalgelände des Sziget, welches zeitgleich stattfand. Statt uns auszulachen und wieder heim zu schicken, haben uns die Sicherheitskräfte rein gelassen und abends spielten wir dann auf dem Zeltplatz – irgendwelche Handys waren die Beleuchtung, der von den Füßen der Zuschauer aufgewirbelte Staub die Nebelmaschine». Im Sommer 2007 geht dann ein langjähriger Traum in Erfüllung. La Boum spielen zum ersten Mal «offiziell» beim Bardentreffen. Bislang konnte man sie immer fern der Hauptbühnen auf der Treppe des IHK-Gebäudes beim Hauptmarkt treffen. Jetzt durften sie am Lorenzer Platz ran.

«Irgendwann wollen wir mal auf dem Hauptmarkt spielen»

Chris und Akkordeonspieler Armario La Boum fassen zusammen: «Es war einfach nur schön, zuhause vor so vielen Leuten zu spielen. Mitten beim Konzert regnete es mal für zehn Minuten ziemlich heftig, aber statt sich unterzustellen, zückten die Leute ihre Schirme und feierten weiter. Ein komisches Bild, vor so vielen tanzenden Schirmen auf der Bühne zu stehen . . . Irgendwann wollen wir mal auf dem Hauptmarkt vor 30 000 Leuten spielen.» Da stehen doch die Chancen gar nicht so schlecht in den nächsten 15 Jahren . . .

Bis dahin gilt es aber erst einmal, standesgemäß Jubiläum zu feiern, und das steht kommenden Freitag (25. September, ab 21 Uhr) im Festsaal des KunstKulturQuartiers auf dem Programm.

Auf der Bühne spielen befreundete Bands und Künstler von Yotho über Mio Myo bis zu Gymmick mit der (vorgegebenen) akustischen Instrumentierung jeweils zwei bis drei Songs, unter denen sich ein La Boum Cover befinden muss.

Im Anschluss dann Djing mit Karel und Kolibri. Und die Hauptdarsteller, die wollen vor allen Dingen eines: Mit all ihren Freunden, Fans und Bekannten feiern. Und ja, die ein oder andere Liveeinlage ist selbstverständlich Ehrensache!
 

David Lodhi

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