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Mario Barth prüft Lagune: Bürgermeister Vogel verärgert

Komiker will Steuerverschwendung aufdecken - Zweifel an Seriosität - 07.10.2015 16:06 Uhr

Entertainer Mario Barth berichtet heute über die Delfinlagune. © Foto: dpa


Der Komiker Mario Barth will „absurde Fälle von Steuerverschwendung“ aufdecken und „den Verantwortlichen ordentlich auf die Pelle“ rücken. So beschreibt RTL die Sendung, die heute Abend unter anderem den Nürnberger Tiergarten und seine Pannen kritisiert. Man wolle sinnlose Geldverschwendung aufdecken, so der Sender, der mit Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ Quote macht.

Ob in dem Beitrag eine seriöse Recherche zum Tragen kommt, wird sich am Abend zeigen. Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel hat große Zweifel: „In dem Beitrag werden Unwahrheiten verbreitet, zum Beispiel, dass es um eine Steuerverschwendung in Höhe von 31 Millionen Euro geht. Das ist falsch. Wir haben mehrmals beim Sender nachgehakt, doch RTL interessiert das gar nicht.“

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Der Sozialdemokrat war bei einer Pressekonferenz Ende Juli zum Thema Delfinlagune von RTL-Mitarbeitern um ein Interview gebeten worden. „Das gebe ich gern, aber nur, wenn sachliche Fragen gestellt und Fakten benannt werden“, stellte Vogel als Bedingung, „daraufhin hatte das Team kein Interesse mehr.“

Schon früher Strafanzeige gegen den Tiergarten gestellt

Der Bürgermeister hat Vorbehalte gegen den Beitrag, weil dort auch Tiergarten-Kritiker Jürgen Ortmüller zur Nürnberger Delfinlagune zu Wort kommt — nach Vogels Kenntnis als Steuerfachmann. Ortmüller ist zwar Steuerberater, gleichzeitig aber auch Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutzforums (WDSF). In dieser Funktion hatte er schon früher Strafanzeigen gegen den Tiergarten gestellt, weil er das Delfinwohl gefährdet sah.

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Etwa vier Dutzend Delfinfreunde haben am Samstag in Nürnberg unter dem Motto "Empty the Tanks" (zu deutsch: "Leert die Becken") vor dem Tiergarten Nürnberg protestiert. Dabei präsentierten sie schwarze Grabsteine aus Pappe, auf denen die Namen von den in Nürnberg gestorbenen Delfinen samt Todesursache stehen. Die Proteste gegen Delfinarien reißen nicht ab. Weltweit wollen Tierschützer an diesem Samstag gegen die Haltung der Meeressäuger, für die eine artgerechte Haltung in Gefangenschaft nicht möglich sei, in Zoos demonstrieren.


Ortmüller betont gegenüber der Lokalredaktion, dass er im RTL-Beitrag nicht als Steuerfachmann befragt wurde: „Zu den Inhalten darf ich mich aber vorab nicht äußern, dazu habe ich mich schriftlich verpflichtet. Ich habe jedoch noch nie eine Produktionsfirma erlebt, die derart intensiv recherchiert hat.“

Zur Frage der Finanzierung des 31 Millionen Euro teuren Laguneprojekts (inklusive Manatihaus) erklärt die Stadt: Von Steuerverschwendung könne keine Rede sein. Die Hauptlast trage der Tiergarten, von dessen Budget jährlich rund eine Million einbehalten werde. Weitere 7,7 Millionen Euro kamen durch Spenden für das neue Delfinbecken zusammen, 3,5 Millionen Euro stammen aus dem städtischen Haushalt. Nur die letzte Position sei Steuergeld. 

HARTMUT VOIGT

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