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Mehr Platz: Nürnberger Behaim-Gymnasium wird abgerissen

Neubau soll mehr Platz für Schüler haben - Abriss in drei Jahren - 26.07.2017 16:23 Uhr

Der alte Trakt des Martin-Behaim-Gymnasiums wird abgerissen, eine Sanierung rechne sich nicht, so Bürgermeister Gsell. © Stefan Hippel


"Wir befinden uns momentan in der Vorbereitungsphase", sagt Schulbürgermeister Klemens Gsell (CSU) und bestätigt damit einen Hinweis, der ohne Absender bei der NZ-Lokalredaktion eingegangen ist. Gsell zeigt sich wenig glücklich darüber, dass die Nachricht nun schon durchgesickert ist. Eigentlich sollte das Vorhaben im September erst einmal den Stadträten vorgestellt werden.

Die Stadt braucht ein zusätzliches Gymnasium, ein "Wachstumsgymnasium", um die steigenden Schülerzahlen bewältigen zu können, das hat Klemens Gsell bereits mehrfach bekräftigt. Dieses wird im Nürnberger Südwesten entstehen. Aber auch dann reichen die Kapazitäten nicht aus, denn schließlich kehrt das G9 zurück und erfordert noch einen weiteren Schulneubau.

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Dass es auch nötig sein wird, das Neue Gymnasium Nürnberg (NGN) und das Martin-Behaim-Gymnasium zu erweitern, hat Gsell bereits im April im Schulausschuss thematisiert und dafür die Rückendeckung der Stadträte erhalten. "Wir haben uns alle Standorte angesehen und geprüft, ob ein Gymnasium noch erweitert werden kann", sagt Gsell. Beim Behaim-Gymnasium, das schon lange einer Generalsanierung harrt, fiel die Entscheidung schließlich auf Abriss und Neubau. "Eine Sanierung wäre deutlich teurer ausgefallen", sagt Gsell und fügt hinzu: "Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz und ist hoffnungslos verplant." Der Abriss und Neubau beginnt, wenn die neue Bertolt-Brecht-Schule steht. Die Behaim-Schüler ziehen dann übergangsweise in die alte Bertolt-Brecht-Schule.

Gabriele Kuen, die Leiterin des Martin- Behaim-Gymnasiums, steht den Neubauplänen positiv gegenüber. "Ich freue mich darauf", sagt sie. "In einem neuen Gebäude haben auch neue pädagogische Konzepte eine Chance." Schon zum kommenden Schuljahr wird an den Gymnasien der "Lehrplan Plus" eingeführt, der an den Grundschulen bereits Standard ist. Es geht darum, nicht nur Wissen zu vermitteln, die Schüler sollen Inhalte selbst erarbeiten. Kompetenzorientierung lautet das Stichwort. Was auch bedeutet, dass es weniger Frontalunterricht gibt.

Die Schüler kommen zum Lehrer 

Und es gibt noch eine weitere Neuerung am Martin-Behaim-Gymnasium: "Wir steigen auf das Prinzip 'Lehrer-Raum' um", sagt Schulleiterin Kuen. Das Modell, das auch in den USA, in Frankreich und Großbritannien praktiziert wird, funktioniert umgekehrt wie das althergebrachte: Nicht die Lehrer wandern von Zimmer zu Zimmer, sondern die Schüler. "Die Kinder kommen zum Lehrer", sagt Gabriele Kuen.

In Deutschland macht das Lehrer-Raum-Prinzip immer häufiger Schule. Zu den Vorteilen gehört, dass die Lehrer ihre Materialien direkt greifbar haben, ihren Unterricht entspannter vorbereiten können, dass die Kinder weniger Zeit unbeaufsichtigt in Klassenzimmern verbringen und damit auch weniger Zeit für Unsinn haben. Und schließlich, so berichten Lehrer aus anderen Bundesländern von ihren Erfahrungen, tue eine bewegte Pause den Schülern gut. 

Gabi Eisenack

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