Dienstag, 20.11.2018

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MUZ-Club und Jobpaten erhalten Bürgerpreis der Sparkasse

Jury war beeindruckt von der Vielseitigkeit uneigennützigen Einsatzes - 23.10.2012 11:26 Uhr

Vier der sechs Jobpaten bei der Preisverleihung im MUZ-Club (v.li.n.re.): Stefanie Jagoda, Joachim Klede, Heejung Choi und Gerhard Schultheiß. © Müller


So professionell sich der Betrieb im MUZ-Club auch ausnimmt – ohne die derzeit rund 40 jungen und jung gebliebenen Helfer, die unentgeltlich die unterschiedlichsten Aufgaben in der Betreuung junger Bands übernehmen, wäre der Betrieb in dem Quartier des 1984 gegründeten Vereins an der Fürther Straße undenkbar. Hier müssen selbst die elf fest Angestellten zwei Wochenstunden über das bezahlte Soll hinaus aufbringen.

Rocktour der NN

Das Spektrum reicht von der Einführung in die komplizierte Technik eines Tonraums über die Unterstützung durch Probenräume und Auftrittsmöglichkeiten bis zu Workshops und der Vermittlung von Partnern. Feste Säule in den Aktivitäten ist auch die NN-Rocktour. In einer launigen, nach Hit-Legenden gegliederten Laudatio würdigte Sozialreferent Reiner Prölß den vom MUZ-Club ausgehenden frischen Wind („winds of change“) und den Beitrag zu Kreativität und Bildung („with a little help of my friends“).

Sechs „Job-Paten“ bilden auch das ehrenamtliche Rückgrat der IAV. Sie geben jährlich 15 Mädchen und Jungen verschiedener Mittelschulen mit Förderbedarf nicht nur fundierte und praktische Tipps für den Bewerbungsmarathon, sondern spenden das, was zu einer angemessenen Betreuung am meisten fehlt: Zeit.

Erfolgreicher Einsatz

Zwei bis vier Stunden pro Woche opfern die Begleiter, unter ihnen ehemalige Finanzbeamte und Unternehmensberater, für Nachhilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben. „Von den bisher 56 Teilnehmern haben 45 erfolgreich Schule und Ausbildung abgeschlossen“, würdigte Jugendamtsleiterin Kerstin Schröder den Einsatz.

Besonders bemerkenswert: Eine der Ehrenamtlichen stammt aus Asien und musste es sich hart erkämpfen, in Deutschland auch beruflich Fuß zu fassen. „Jetzt will ich etwas von dem zurückgeben, was ich erhalten habe“, sagt Preisträgerin Heejung Choi. Insgesamt waren bei der Nürnberger Ausschreibung 17 Bewerbungen eingegangen, die allerdings nur teilweise den vorgegebenen Kriterien und der Vorgabe „Projekt Zukunft: Engagiert für junge Leute“ entsprachen.

Dennoch zeigte sich die Jury aus Vertretern der Sparkasse, der Arbeitsgemeinschaft der Bürger- und Vorstadtvereine, der Stadt, des Kreisjugendrings und der Presse beeindruckt von der Vielseitigkeit uneigennützigen Einsatzes. „Wir wollen mit dem Preis einfach einmal Danke sagen und anerkennen, dass der freiwillige Einsatz für andere in der Freizeit nicht selbstverständlich ist“, betonte Sparkassenvorstand Matthias Everding bei der Verleihung im MUZ-Club. Zudem solle der Preis jeden anregen, die eigenen Möglichkeiten zum Engagement zu nutzen.

Millionenschwerer Einsatz

Und Bürgermeister Horst Förther rechnete vor, dass sich die Leistungen der geschätzt 40000 Ehrenamtlichen in Nürnberg auf jährlich mehr als 400 Millionen Euro addieren – eine Summe, die dem Personalhaushalt der Stadt Nürnberg entspreche.

Die Preisträger aus Nürnberg und der Region sind automatisch als Teilnehmer für die nationale Ausschreibung des Deutschen Bürgerpreises nominiert. 

WOLFGANG HEILIG-ACHNECK Lokales Nürnberg

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