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Nervige Baustellen überall: Die Pendler sind im Stress

Viele steigen derzeit wieder aufs Auto um, um dem Chaos zu entgehen - 22.08.2017 11:11 Uhr

Durch die Baustelle am Bahnhof Eberhardshof müssen die Fahrgäste an der Maximilianstrasse umsteigen, dort herrscht oft Chaos. © Stefan Hippel


Bauarbeiten bei der Bahn, bei der Nürnberg-Fürther U-Bahn und auf den Autobahnen sorgen für massive Probleme im täglichen Berufsverkehr in der Region. Besonders betroffen sind die Routen von Nürnberg über Fürth und Erlangen nach Bamberg. Der S-Bahn-Verkehr zwischen Nürnberg und Fürth ist derzeit eingestellt. Alternativ fahren Busse. Der Umstieg auf die U-Bahn ist kompliziert, weil dort ebenfalls gebaut wird.

Im weiteren Verlauf der Bahnlinie in Richtung Bamberg gibt es etliche weitere Baustellen. Auch auf dem Frankenschnellweg behindern Arbeiten aktuell den Verkehr zwischen Nürnberg und Bamberg. Genervte Pendler berichten von zweieinhalb Stunden Wegzeit zwischen Erlangen und Nürnberg.

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Ebenfalls verärgert sind derzeit Tausende von Kunden des Nürnberger Verkehrsbetriebs VAG, die mit der Linie U1 zwischen Langwasser und Fürth unterwegs sind. Die Sanierung des U-Bahnhofes Eberhardshof, wiewohl in die Ferien verlegt, bremst Tausende Berufstätige aus. Weil die Bahnsteige dort generalüberholt werden, beschweren sich Pendler über lange Wartezeiten. Sie müssen zweimal umsteigen und sich meist in heillos überfüllte Bahnen kämpfen. Viele Betroffene kritisieren die mangelhafte Informationspolitik der VAG.

VAG weist Kritik zurück

Die VAG will die Vorwürfe so nicht gelten lassen. Man habe rechtzeitig Flyer ausgelegt, Plakatständer aufgestellt, informiere per Lautsprecher und setze zu Stoßzeiten zusätzliches Servicepersonal an den Stationen ein. Pendler, die aufs Auto umsteigen, ersparen sich Frust keinesfalls. Denn der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen rund um den Nürnberger U-Bahnhof Maximilianstraße sorgt ebenso für lange Fahrzeugkolonnen.

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Der tägliche Stau auf den deutschen Straßen hält laut Statistischem Bundesamt die Pendler trotzdem nicht vom Autofahren ab: 67,7 Prozent der Berufspendler setzten sich 2016 auf dem Weg zur Arbeit lieber ins Auto als in Bus oder U-Bahn. Noch lieber steigen sogar die bayerischen Arbeitnehmer ins Auto: Hier liegt der Anteil mit 68,8 Prozent sogar noch über dem Bundeswert.

Die Zahlen zum Pendelverhalten basieren auf einer Erhebung, die das Bundesamt alle vier Jahre auf Grundlage der Mikrozensus-Ergebnisse durchführt. Daraus ermittelten die Statistiker auch, dass selbst für kurze Strecken zur Arbeit lieber auf den Pkw als auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen wird. Letztere werden von nur 14 Prozent der Pendler genutzt. Bayern und Deutschland liegen dabei gleich auf, wobei man im Freistaat offenbar lieber U- und Straßenbahn fährt als Bus. Jeweils 8,3 Prozent der bayerischen Beschäftigten radeln oder laufen zur Arbeit (Deutschland: 9,0 und 8,2).

Das wachsende Umweltbewusstsein hat an diesem Mobilitätsverhalten erstaunlicherweise nichts geändert: Im Jahr 2000 haben auch schon 13 Prozent der deutschen Pendler öffentliche Verkehrsmittel genutzt, 16 Jahre später ist es nur ein Prozentpunkt mehr. Per Auto zur Arbeit waren damals 67 Prozent der Berufstätigen unterwegs, trotz Umweltproblemen und Staus hat der Anteil um ebenfalls ein Prozentpunkt zugelegt.

Zwischen zehn und 30 Minuten

Was den täglichen Zeitaufwand für den Arbeitsweg angeht, so liegen die Berufstätigen in Bayern im deutschen Durchschnitt. Demnach ist nahezu die Hälfte auf Hin- und Rückweg jeweils zwischen zehn und 30 Minuten unterwegs. Ähnlich auf Augenhöhe liegen die Menschen in Bayern und Deutschland bei der Entfernung zur Arbeitsstelle: Rund 28 Prozent haben ein kurzen Arbeitsweg von unter fünf Kilometern zu absolvieren, ebenso viele müssen zwischen zehn und 25 Kilometern zurücklegen.

Wie kommen Sie zur Arbeit? Steigen Sie derzeit lieber ins Auto als in Öffentliche Verkehrsmittel?

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bhd/nf/jul/anef

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