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Neue Uni in Nürnbergs Umladehallen? Stadt ist skeptisch

Fraas spricht von Hype - und will lieber einen hochmodernen Bau - 16.05.2018 05:18 Uhr

Ansehnlich sind sie, die Umladehallen - und unter Fotografen seit Jahren ein Geheimtipp. © Martin Kopp


Eine Uni in der Halle? Dass das durchaus denkbar ist, hat die Hochschule Osnabrück schon bewiesen. Seit 2012 ist die Fakultät für Management, Kultur und Technik mit rund 2300 Studierenden in einem ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk in Lingen untergebracht, in einer 200 Meter langen denkmalgeschützten Halle, die nach dem Haus-in-Haus-Prinzip genutzt wird. Unter dem 15 Meter hohen Glasdach finden sich acht kleinere, weiße Häuser mit Büros, Hörsälen und Seminarräumen. Dazwischen ist noch reichlich Platz, unter anderem für mehrere Magnolienbäume und Sitzecken. 

So sieht das Eisenbahnausbesserungswerk in Lingen heute aus. © Oliver Pracht


Ein Konzept, das Elmar Hönekopp von der Stadtbild-Initiative gerne auf Nürnberg übertragen würde. Gemeinsam mit den Vereinen Baulust und "Geschichte für alle" kämpft er für den Erhalt der alten Umladehallen an der Brunecker Straße und hat als Vorbild unter anderem eine ähnliche Halle in Paris gefunden, die jetzt den Startup-Campus "Station F" beherbergt. Nachdem sich im Zuge einer Ausstellung im Museum Industriekultur erste Mitstreiter in den Reihen von Grünen und SPD gefunden haben, hofft Hönekopp jetzt auf weitere Befürworter der Idee, die Hallen für die geplante Universität zu nutzen.

Fraas kritisiert Hype um die Hallen 

Unter anderem hat er deshalb die Mitglieder der Strukturkommission für die "Neue Universität Nürnberg" angeschrieben, weitere Adressaten sind der Planungsbeirat für das Gesamtareal und die Bayerische Staatsregierung. Denn diese will das fragliche Gelände erst nach dem Abriss der Hallen übernehmen. 

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Paris als Vorbild: So könnten die Umladehallen in Nürnberg aussehen

Paris zum Vorbild: Ein Bahnhof, in dem Büroräume, Hörsäle, Restaurants und Schienen miteinander vereint sind. Der Startup-Campus "Station F", der vergangenes Jahr in Paris eröffnet worden ist, bietet seinen Studenten genau das.


Und das aus gutem Grund, wie Eigentümer Aurelis findet. Aus städtebaulicher Sicht sei es nicht möglich, die Hallen einzubinden, "nahezu vier Hektar Fläche würden durch einen Erhalt für eine sinnvolle städtebauliche Entwicklung des Gesamtquartiers Lichtenreuth blockiert werden", so Sprecher Daniel Schreyer. Auch die Erschließung sei problematisch, zudem seien die Hallen aus Sicht der Denkmalschützer nicht erhaltenswert. 

Für ihn sei der "Hype" um die Hallen unverständlich, sagt auch Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Die neue Uni sieht er eher in einem "hochmodernen Gebäude" wie in Garching.  Oberbürgermeister Ulrich Maly dagegen kann der Idee, die Hallennutzung wenigstens zu prüfen,durchaus etwas abgewinnen. Schon vor Monaten habe er das Gelände mit Mitgliedern der Staatsregierung besichtigt, sagt Maly. Die Anlage könne für eine Hochschule "den Geist des Ortes" repräsentieren. Denkbar sei, die Option einer Nutzung in einem Gestaltungswettbewerb für die Uni offen zu halten, so der OB. Zwingend ist deren Einbeziehung aus Sicht des Stadtoberhauptes jedoch nicht: "Die Funktionsfähigkeit der neuen Hochschule hat absolute Prioriät."

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Industriekultur: So sieht es im Inneren der Umladehallen aus

Das Museum Industriekultur widmet dem einst größten Warenumschlagsort Europas die Sonderausstellung "Vergessen im Süden". Die Schau soll auch eine Debatte anstoßen, wie man sie künftig nutzen könnte. Im Moment sind es vor allem Künstler und die Natur, die dem Gebäude Leben einhauchen. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr) zu sehen.


 

Silke Roennefahrt Lokalredaktion E-Mail

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