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NS-Bauwerke werden am Tag des Denkmals geöffnet

Ungewohnte Blicke hinter historischen Mauern - 05.09.2013 07:50 Uhr

Neben Sakralbauten wie der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche stehen „unbequeme Denkmäler“ im Fokus. © Fengler


Dass der europaweit durchgeführte Tag in Nürnberg wieder bis zu 5000 Besucher anzieht, daran hegen die Veranstalter auch bei seiner 20. Auflage keine Zweifel. Ganz im Gegensatz zu den Anfängen, wie Gerhard Karl vom Baureferat berichtet: Da der erste Denkmaltag 1993 mit dem Altstadtrennen - damals noch mit Publikumsliebling Jan Ullrich - zusammenfiel, fürchtete man glatt, dass die Veranstaltung unter die (Fahr-)Räder gerät.

Doch die Reihe kam auf Anhieb an und lockt seitdem Jahr um Jahr historisch Interessierte. Auch das vorgegebene Motto, das heuer „etwas exotisch“ klingt, wie Daniel Ulrich einräumt, soll laut dem Leiter der Bauordnungsbehörde daran nichts ändern. Schließlich hat Nürnberg nicht nur Baudenkmäler in der historischen Altstadt zu bieten, sondern, so Ulrich, mit den NS-Ruinen rund um den Dutzendteich auch das „wohl größte Geländedenkmal Deutschlands“.

Gemäß des Mottos finden drei von sechs Führungen auf dem ehemaligen Reichparteitagsgelände statt. Vom Dach bis zum Keller der Kongresshalle führen jeweils halbstündlich zwischen elf und 16 Uhr städtische Mitarbeiter des Bereichs Denkmalschutz. Die Tour bietet Einblick in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst unzugänglich sind. Treffpunkt ist am Parkplatz neben dem Eingang des Dokuzentrums. Beim Rundgang, der nicht barrierefrei ist, empfiehlt sich festes Schuhwerk.

Goldener Saal aus brauner Zeit

Das gilt auch an der Zeppelintribüne, wo von zehn bis 16 Uhr stündlich Besichtigungen mit Vertretern des Dokuzentrums und des Vereins Geschichte für Alle anstehen, inklusive der Erkundung des Goldenen Saals und selten betretener Räume.

Das letzte Angebot auf dem Reichsparteitagsgelände führt zurück bis ins Mittelalter: Im Archäologie-Depot im Sockel der Kongresshalle können Besucher von elf bis 16 Uhr Münzen, Scherben und andere Fundstücke bestaunen, die bei Ausgrabungen in der Stadt zutage gefördert wurden. Stadtarchäologen und Mitglieder des Nürnberger Archäologievereins erklären diese und helfen, alte Tonscherben wieder zusammenzusetzen.

Nicht „unbequem“, sondern sakral sind die übrigen Denkmäler im Programm. Neben der Allerheiligenkapelle in der Landauergasse 1, durch die (14.30 und 15.30 Uhr) Pfarrer Niki Schönherr führt, öffnet auch die malerische Wehrkirche in Katzwang (Führungen: 14 und 16.30 Uhr) ihre Tore. Hoch hinaus geht es in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in der Südstadt (Führungen: elf und zwölf Uhr), wo auch der Kirchturm mit seiner herrlichen Aussicht bestiegen wird.

Die bebilderte Broschüre der Denkmäler ist an den Führungsorten oder bei der Bauordnungsbehörde, Abteilung Denkmalschutz, Bauhof 5, für fünf Euro zu haben. 

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