Montag, 17.12.2018

|

Nürnberg: AEG öffnet die Türen für das Nue-Jazz-Festival

Erfrischende Vielfalt, mit Silke Straub und Sabine Müller - 14.10.2014 13:30 Uhr

Silke Straub, Sängerin und Jazz-Dozentin, balanciert zwischen den Stilen und präsentiert ihr neues Album.Foto: PR


Dass die gut vernetzte fränkische Jazz-Szene so Einiges zu bieten hat, hat sich inzwischen herumgesprochen. International renommierte Musiker wie Wolfgang Haffner, Frank Möbus oder Lutz Häfner haben ihre Karrieren hier begonnen. Institutionen wie das Jazzstudio, die Musikhochschule und der Verein Nürnberger Jazzmusiker haben nicht unerheblich zum Erfolg beigetragen: Die Szene wächst, blüht und gedeiht.

Weniger in kommerzieller, als in musikalischer Hinsicht. Aber immerhin. An Ideen mangelt es dem Verein Nürnberger Jazzmusiker, der das junge Nue-Jazz-Festival veranstaltet, jedenfalls nicht. Das Programm ist unkonventionell und spannend.

Los geht es am Mittwochabend mit einem aufregenden Dreier-Paket: In der Werkstatt 141 „auf AEG“ stellt Jo Bartmes seine ungewöhnlich besetzte Formation vor (Hammond-Orgel, zwei Schlagzeuge, Bass-Klarinette und Gesang). Jazz-Punk der Extra-Klasse verspricht der Gitarrist Frank Möbus, der mit dem „Roten Bereich“ für Furore sorgte, mit seiner Band „KUU!“. Zum Schluss präsentiert der junge Ausnahme-Gitarrist Jonathan Kreisberg sein Album „Wave Upon Wave“.

In dem Männerbetrieb fallen zwei Sängerinnen umso mehr auf: Silke Straub und Sabine Müller haben beide ihr Jazz-Handwerk gelernt, aber ein Faible für seidige Popmusik. Silke Straub, Dozentin für Jazzgesang und Stimmbildung an den Hochschulen Nürnberg und Würzburg sowie an der Berufsfachschule Nürnberg, stellt am Donnerstag ihr aktuelles Album „Silk Street“ vor, das so heißt wie ihre Band. Die Eigenkompositionen kommen erfrischend und federleicht daher, die englischen Texte handeln von Erfahrungen und Erlebnissen der Vokalistin, die von hervorragenden Solisten wie Bernhard Pichl (p), Michael Schmolke (git), Hendrik Grosmann (b), Werner Treiber (dr) und Irene von Fritsch (Violoncello) begleitet wird. Elegant und geschmeidig.

Ähnliches gilt für Sabine Müller, die am Samstag mit ihrer Band „Seide“ das Album „Der wilde Mohn“ vorstellt. Die Wahl-Nürnbergerin komponiert selbst und singt deutsch, unter anderem auch ein „Lied für Räubertöchter“.

Im Festivalprogramm stecken viele weitere Überraschungen wie das „SoKo Steidle“, die österreichischen Rhythmus-Zwillinge Andreas und Matthias Pichler, der Regensburger Gitarrist Andreas Dombert oder der Nürnberger Trompeter Andrej Lobanov. Die Veranstalter versprechen keine Vereinsmeierei, sondern ein rauschendes Jazzfest, das für fast jeden Geschmack etwas bietet. Zu hören ist intelligente, unangepasste Musik, zu der sich je nach Lust und Laune auch tanzen lässt.

Ticket-Hotline: 09 11/2 41 85 22 oder 09 11/9 32 97 30. Weitere Infos und genaues Programm auf der Internetseite des Nue-Jazz-Festivals. 

STEFFEN RADLMAIER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Nürnberg