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Nürnberger Aktionsbündnis will Stadtmauer abreißen

Bis Ende Mai soll der Abriss in Angriff genommen werden - 17.05.2017 05:51 Uhr

Die Mauer muss weg! Das sagt zumindest ein Nürnberger Aktionsbündnis.

Die Mauer muss weg! Das sagt zumindest ein Nürnberger Aktionsbündnis. © Roland Fengler


Das Bündnis "Noris ohne Mauer" hat der Stadt ein Ultimatum gestellt: Bis Ende des Monats soll der Abriss des alten, längst nutzlos gewordenen Befestigungswerks in Angriff genommen werden. Passiert bis dahin nichts, wollen die Kulturschaffenden selbst Hand anlegen. 

Klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber offensichtlich keiner. Zumindest liegt der Redaktion ein Manifest des Bündnisses vor, das auch im Internet nachgelesen werden kann.

Unter der Überschrift "Die Mauer muss weg!" steht da zu lesen: "Nürnberg schickt sich an, im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Ein Unterfangen, das bizarr anmutet, denn für eines ist Nürnberg ganz sicher nicht bekannt: für eine progressive Geisteshaltung und eine zukunftsorientierte Kultur." In Nürnberg herrsche nach wie vor ein Kleinmut, der sich lieber mit der ach so grandiosen Geschichte der Stadt beschäftige anstatt gegenwärtige kulturelle Strömungen wahrzunehmen.

"Diese Engstirnigkeit hat in den vergangenen Jahren viele KünstlerInnen, MusikerInnen und andere Kulturschaffende dazu veranlasst, Nürnberg zu verlassen. Die Dagebliebenen werden mit Ritterfestspielen und hirnlosen Events wie der Blauen Nacht ruhiggestellt."

Als Grund für diese kulturelle Schieflage hat das Bündnis "Noris ohne Mauer" die Stadtmauer ausgemacht, die für die Aktivisten steingewordener Ausdruck einer in der Vergangenheit verhafteten Geisteshaltung ist.  "Ein Vergleich mit anderen deutschen und europäischen Städten zeigt schnell: Als einzige Stadt seiner Größe hat es Nürnberg verpasst, sich im 18. und 19. Jahrhundert seiner Stadtmauer zu entledigen", schreiben die Aktivisten.

"Tendenziöse" Vortragsreihe

Begleitend zu der Aktion soll es Fotos und kleine Filme geben, außerdem startet eine "informative und tendenziöse" Vortragsreihe. Am Donnerstag, 18. Mai, wird Anja Braehmer aus Tübingen über kreative Methoden und Möglichkeiten der Stadtentwicklung rund um das ehemalige Quelle-Gebäude in der Fürther Straße referieren. Im Anschluss wird Tobias Lindemann vom "Salon der unerfüllten Wünsche" das "Noris ohne Mauer"-Projekt vorstellen.

Am Freitag, 26. Mai, spricht Magdalena Fritsch aus Wien über das Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und zeitgenössischer Kunst. Veranstaltungsort ist an beiden Tagen das Heizhaus in der Wandererstraße 89 (hinter der Quelle). Beginn jeweils um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

www.norisohnemauer.de 

Stefan Gnad

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