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Plastikfrei: Nürnberg bekommt ersten Unverpackt-Laden

Gründer suchen noch nach Ladenfläche - Es soll aussehen "wie bei Tante Emma" - 06.09.2016 06:00 Uhr

In anderen Städten gibt’s ihn schon, nun zieht Nürnberg nach: Bald soll es hier den ersten Unverpackt-Laden geben, in dem man seine Lebensmittel ganz ohne nervigen Verpackungsmüll bekommt. © Benjamin Huck


"Zero-Hero"-Gründer Thomas Linhardt. © Benjamin Huck


In Nürnberg sieht Thomas Linhardt viel Potenzial für einen Laden ganz ohne Verpackungen. "Ich glaube, hier ist ein richtig guter Markt dafür da." Er habe schon sehr viel positives Feedback für seinen Plan bekommen – allein bei Facebook mehr als 2200 Likes in nur zwei Wochen. "Und immer mehr Menschen und auch die Medien denken um, was man zum Beispiel an der Debatte über die Plastikverschmutzung der Meere sehen kann." Die Stadt könne irgendwann vermutlich sogar einen zweiten Unverpackt-Laden vertragen, glaubt er.

Die Idee dahinter ist eigentlich ganz simpel: Die Kunden bringen ihre Behälter von zu Hause mit, lassen sie an der Kasse wiegen und füllen sich danach selbst aus den sogenannten bulk pins die Menge an Reis oder Nüssen ab, die sie haben wollen. Am Ende wird das Gewicht des mitgebrachten Glases oder der Dose vom Einkauf abgezogen. Der Verpackungsmüll für Gurken, Milch, Salat oder Reis fällt so komplett weg. Und man kann genau die Menge einkaufen, die man wirklich braucht, nicht mehr und nicht weniger.

In Linhardts Laden, der den Namen "Zero Hero" bekommen soll, wird es trockene Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Haferflocken, Nüsse, Reis oder Mehl geben, außerdem Gewürze, Öle, luftgetrocknete Wurst, Wein, Spirituosen, Biolimonaden und andere Erfrischungsgetränke. Milch, Käse und Eier kommen direkt vom Bauern aus der Region. "Ich will auch noch nachhaltiges Waschmittel und Zahnbürsten ins Sortiment aufnehmen", sagt Linhardt. "In dem Laden soll man seinen Wocheneinkauf erledigen können."

Nicht teurer als im Bioladen

Nicht nur biologische Produkte, sondern auch welche von kleinen regionalen Betrieben wird der 37-Jährige anbieten. Wie im Tante-Emma-Laden soll es bei "Zero Hero" aussehen.

Und wer nach dem Einkauf noch eine Kleinigkeit essen oder trinken möchte, wird im angeschlossenen Bistro mit Café fündig. Teurer als im Biogeschäft ist der Einkauf im Unverpackt-Laden auf keinen Fall, sagt Linhardt. Schon allein, weil die ganzen Verpackungen wegfielen.

Mit den Händlern ist er bereits im Gespräch, hat sich andere Unverpackt-Läden in Deutschland angesehen und auf Messen Kontakte geknüpft. Was jetzt noch fehlt, ist ein geeigneter Laden. "Ich möchte 'Zero Hero‘ gerne in Gostenhof eröffnen, weil es dort vom Klientel her am besten passen würde, und auch die Nähe zu Fürth da ist."

Am Montag, 17. Oktober, 17.30 bis 19 Uhr, erzählt Linhardt in der Service-Manufaktur Josephs, Karl-Grillenberger-Straße 3, * 09 11/27 43 65 20, wie man im Alltag auf Verpackungsmüll verzichten kann. Außerdem berichtet er, wie es mit "Zero Hero" weitergeht. Eine Anmeldung ist erforderlich. 

Judith Horn

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