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Protest gegen Burschenschaften beim Thomasbummel

Verbindungen wollen nicht in rechte Ecke gestellt werden - 22.12.2014 06:00 Uhr

Die Thomasbummler wurden begleitet Protestierenden aus dem linken Spektrum.

Die Thomasbummler wurden begleitet Protestierenden aus dem linken Spektrum. © Horst Linke


Die Mitglieder der Burschenschaften trafen sich am Tugendbrunnen an der Lorenzkirche. Unweit davon, hinter der Kirche, kamen Polizeiangaben zufolge etwa 40 Gegendemonstranten zusammen. Die radikale Linke hatte zu dem Protest aufgerufen. Sie wirft den Burschenschaften eine "national-elitäre Ideologie", "ein ausgewiesenes sexistisches und patriarchales Gesellschaftsbild" sowie nationalistische Tendenzen vor. Die Demonstranten bezichtigen manche Studentenverbindungen, die Grenzen des NS-Reichs von 1937 und einen "Ariernachweis" für Mitglieder zu fordern. Auch die "Sozialistische Jugend — Die Falken" beteiligten sich mit einem Transparent an dem Protest.

Die Burschenschaft Bavaria wehrt sich in einer Pressemitteilung dagegen, in die rechte Ecke gestellt zu werden. "Fakt ist, dass es in Nürnberg keine Studentenverbindung gibt, die einen Ariernachweis verlangt. Fakt ist, dass Ausländer aufgenommen werden. Fakt ist auch, dass sich Studentenverbindungen, zumindest die ich kenne, nicht für Reichsgrenzen von 1937 einsetzen", teilt Norbert Rittler, Mitglied in der Burschenschaft Bavaria Nürnberg und Vorsitzender des Bundes Nürnberger Studenten mit.

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Fakt ist allerdings auch, dass einige Studentenverbindungen immer wieder Schlagzeilen wegen rechtsextremer Tendenzen machen. Zuletzt war der Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) in den Fokus geraten, weil auf dem Burschentag 2013 in Eisenach über die Frage diskutiert werden sollte, wer ein "deutscher Student" sei. Nach heftigen Protesten wurde der als "Ariernachweis" bezeichnete Vorstoß für einheitliche Aufnahmekriterien allerdings gekippt.

Laut Rittler gibt es in Nürnberg keine Burschenschaft, die Mitglied in der Deutschen Burschenschaft ist. 

sto

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